Hiddink soll Mourinho-Nachfolger beim FC Chelsea werden

Weltenbummler Guus Hiddink soll allem Anschein nach den geschassten José Mourinho als Coach des FC Chelsea beerben. Der niederländische Trainer ist beim englischen Meister Favorit auf die Nachfolge des am Vortag beurlaubten Portugiesen. 

Der 69 Jahre alte Fußball-Lehrer bestätigte der niederländischen Zeitung «De Telegraaf» Vertragsgespräche mit Chelsea-Offiziellen in einem Londoner Hotel. «Ich möchte mich gut informieren, bevor ich eine Entscheidung treffe», zitiert ihn das Blatt. 

Hiddink soll als Interimscoach bis zum Saisonende den abgestürzten Titelverteidiger nach oben führen. Nach 16 Spieltagen steht der Champions-League-Achtelfinalist auf Rang 16, einen Zähler vor einem direkten Abstiegsplatz. Am Samstag wird im Keller-Duell gegen den FC Sunderland noch Assistenztrainer Steve Holland auf der Trainerbank sitzen. 

Für Hiddink wäre es das zweite Chelsea-Abenteuer. Bereits 2009 trainierte er nach dem vorzeitigen Abgang des Brasilianers Luiz Felipe Scolari vorübergehend die «Blues». In dreieinhalb Monaten unter seiner Regie gewannen die Londoner den Pokal und kassierten in 22 Pflichtspielen nur eine Niederlage.

«Die Spieler haben ihn sehr respektiert. Er wusste alles in- und auswendig über sie. Er wäre sehr willkommen», schwärmte Chelsea-Kapitän John Terry im Jahr 2011, als Hiddink ebenfalls als Interimscoach im Gespräch war.

Allerdings war der Trainer-Oldie bei seinen letzten Stationen weniger erfolgreich. Als Nationalcoach scheiterte Hiddink in der Türkei 2010 kläglich und musste nach nur einem Jahr gehen. 2012 trainierte er für knapp 15 Monate den russischen Club Anschi Machatschkala. Nach der WM 2014 wurde er zum zweiten Mal niederländischer Bondscoach. Im Juni 2015 beendeten beide Parteien wegen Erfolglosigkeit vorzeitig die Zusammenarbeit.

Für die neue Saison plant Chelsea-Boss Roman Abramowitsch ohnehin mit einem neuen Startrainer. Neben Bayern-Trainer Pep Guardiola soll vor allem Diego Simeone von Atletico Madrid beim russischen Milliardär hoch im Kurs stehen. Abramowitsch soll laut «Daily Mail» bereit sein, 20 Millionen Euro als Ablöse für den Argentinier zu bezahlen.

Unterdessen hat Chelseas Technischer Direktor Michael Emenalo Gründe für die Trennung von Mourinho genannt. «Es gab offensichtlich einen spürbaren Konflikt zwischen ihm und Spielern. Wir hatten das Gefühl, dass wir handeln mussten», sagte Emenalo im vereinseigenen Chelsea TV. «Wir haben die Entscheidung im Interesse des Vereins getroffen.»

Versöhnende Worte für Mourinho gab es von Kapitän Terry. «Du warst der Beste, mit dem ich je zusammengearbeitet habe. Ich werde dich vermissen», schrieb der Abwehrchef bei Instagram. «Wir haben viele gemeinsame Erinnerungen. Es ist ein sehr, sehr trauriger Tag.»

Erstaunt über den Mourinho-Rauswurf zeigte sich Manchester Uniteds Trainer Louis van Gaal. «Ich war sehr überrascht», erklärte der Niederländer am Freitag. «Wir wissen und José weiß: Im Fußball ist niemand sicher.»