Hildebrand-Rückkehr ohne Happy End

Timo Hildebrand war nach seinem Bundesliga-Comeback ohne Happy End ein gefragter Mann. Immer wieder musste der 35 Jahre alte Torwart von Eintracht Frankfurt erzählen, wie es ihm beim turbulenten 2:3 (0:1) bei 1899 Hoffenheim erging.

Hildebrand-Rückkehr ohne Happy End
Uwe Anspach Hildebrand-Rückkehr ohne Happy End

«Es war aufregend und ein Wechselbad der Gefühle», berichtete Hildebrand nach seinem ersten Einsatz im Fußball-Oberhaus seit mehr als einem Jahr. «Ich bin glücklich, dass ich gespielt habe, auch wenn wir verloren haben. Es lief ganz gut, auch wenn ich drei Gegentore bekommen habe. Ich habe mich auf dem Platz trotz der langen Pause wohlgefühlt und es hat Spaß gemacht.»

Weil Stammtorhüter Kevin Trapp nach seinem Syndesmosebandriss noch nicht wieder ganz fit und dessen Vertreter Felix Wiedwald an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt ist, kam Hildebrand am Freitagabend zu seinem 299. Bundesliga-Einsatz und dabei noch einmal auf den Geschmack. «Es wäre ein schönes Weihnachtsgeschenk, die 300 voll zu machen. Aber das entscheidet der Trainer. Ich nehme das, was ich bekomme», sagte der Routinier.

Bereits am Mittwoch könnte sein Wunsch im Heimspiel gegen Hertha BSC in Erfüllung gehen. «Timo ist meine erste Option», erklärte Eintracht-Trainer Thomas Schaaf. Mit dem Auftritt des Ex-Nationaltorhüters war er vollauf zufrieden. «Timo hat das genauso umgesetzt, wie wir das erwartet haben. Genau deshalb haben wir ihn verpflichtet. Er hat seine Sache hervorragend gemacht», lobte Schaaf.

An den Gegentoren von Kevin Volland (43.), Adam Szalai (65.) und Roberto Firmino (87.) traf Hildebrand keine Schuld. Auch wenn er freimütig einräumte, beim ersten Treffer die falsche Entscheidung getroffen zu haben. «Ich hätte vielleicht drinbleiben sollen. Aber in solch einer Situation reagiert man einfach intuitiv», begründete er sein Herauslaufen gegen den frei vor ihm auftauchenden Volland.

Viel mehr ärgerte sich Hildebrand aber über die unnötige Niederlage. «Wir kassieren zu einfach Gegentore. Es gab zu viel Unordnung bei den Standards», kritisierte er. «Schade, dass es am Ende für uns nicht zu einem Punktgewinn gereicht hat.»

Schaaf sah dies ähnlich: «Natürlich sind wir enttäuscht. Wir wollten etwas mitnehmen, aber wir haben zu viele Fehler gemacht. Vor allem bei der Absicherung des eigenen Tores.» Die Hessen brachten sich dadurch selbst um den Lohn für ihre couragierte Vorstellung. Vor allem mit der Leistung in der zweiten Halbzeit war Schaaf einverstanden. «Da haben wir eine Menge an Chancen gehabt.»

Der Rückschlag nach zuletzt drei Siegen ärgerte ihn aber nur kurz. Aufrichten müsse er seine Mannschaft nicht, betonte Schaaf. «Wir nehmen auch viel Positives mit», bilanzierte der Eintracht-Trainer und fügte mit Blick auf den Hinrunden-Endspurt gegen Hertha und in Leverkusen kämpferisch hinzu: «Am Sonntag machen wir frei, dann starten wir in die letzte Woche durch.»