Hilfsorganisationen beklagen Kommunikationsprobleme

Sie stehen zum humanitären Einsatz in der Katastrophenregion auf den Philippinen bereit - doch zunächst machen den Hilfsorganisationen logistische Schwierigkeiten zu schaffen.

Die Informationen über die aktuelle Lage in dem von einem Riesen-Taifun heimgesuchten Inselstaat im Südostpazifik laufen in Deutschland nur spärlich ein. Nach Angaben von Unicef waren die Inselprovinzen Samar, Leyte und Bohol am Freitag komplett von der Stromversorgung abgeschnitten. Telefonverbindungen seien nicht möglich.

In vereinzelten Berichten sei von schweren Schäden die Rede, sagte Unicef-Sprecher Rudi Tarneden in Köln. Das Ausmaß der Schäden werde nur langsam deutlich, genaue Opferzahlen gab es zunächst nicht.

Unicef und Partner-Organisationen haben Vorräte von Hilfsgütern angelegt. So könnten sie die Versorgung mit Nahrungsmitteln, Medikamenten, sauberem Wasser und weiteren Hygienemaßnahmen notdürftig unterstützen und beim Management von Notunterkünften helfen, sagte Tarneden. Doch durch die zahlreichen Einsätze in den vergangenen Monaten seien die Vorräte allerdings begrenzt. Unicef sei besonders besorgt um die vielen armen Familien, die häufig in tiefer gelegenen Behausungen lebten, die leicht überschwemmt werden könnten.

Das Hilfswerk Misereor, das auf den Philippinen zahlreiche Projekte unterhält, hat ebenfalls Kommunikationsprobleme mit den betroffenen Gebieten. Man könne die Partner dort derzeit nicht erreichen, sagte Sprecher Ralph Allgaier in Aachen. Telefone und Mobilfunk seien unterbrochen. Die Organisation stehe aber in den Startlöchern, um in den kommenden Tagen tätig zu werden. Für eine mögliche Nothilfe liege das Geld schon bereit.

Die Hilfsorganisation World Vision, Teil der Aktion Deutschland Hilft, hält mittels Internet-Telefonie Kontakt zu den zahlreichen Regionalprojekten auf den Philippinen. Mitarbeiter hätten von ungeheuren Regenmassen berichtet. Ganze Dörfer stünden unter Wasser, sagte Sprecher Dirk Bateh. Einen solchen Sturm hätten sie noch nicht erlebt. Selbst stark befestigte Gebäude mit Metalldächern würden umgeweht.

Die Christoffel Blindenmission unterhält zur Zeit zehn Projekte auf den Philippinen. Die Hälfte davon sei derzeit nicht erreichbar, sagte Sprecher Peter Liebe. Die anderen Projektleiter berichteten, die ersten Evakuierungen seien angelaufen und die Menschen würden in Notunterkünften untergebracht. Die Organisation kümmert sich um physisch und psychisch behinderte Menschen.