Hintergrund: Afghanistan-Einsatz im Wandel

Seit 2001 sind internationale Truppen in Afghanistan im Einsatz. Ihre Aufgaben haben sich im Laufe der Jahre deutlich verändert.

INTERVENTION: Als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 intervenierte eine von den USA geführte Koalition in Afghanistan, um das Regime der radikalislamischen Taliban zu stürzen und die für die Anschläge verantwortliche Terrororganisation Al-Kaida zu bekämpfen.

STABILISIERUNG: Nach dem Sturz der Taliban stationierte die Nato von Dezember 2001 an die «International Security Assistance Force» (Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe, Isaf) in Afghanistan. Ihre ursprüngliche Aufgabe: Stabilisierung des Landes. Deutschland beteiligte sich an der Mission mit bis zu 5350 Soldaten.

KRIEG: Im Laufe der Jahre nahmen die Angriffe der Taliban auf die afghanische Regierung und die internationalen Truppen kontinuierlich zu. Die Isaf-Truppe wurde auf bis 130 000 Soldaten aufgestockt und ging dazu über, die Taliban offensiv zu bekämpfen. In Deutschland war trotzdem noch lange von einem «Stabilisierungseinsatz» die Rede. 2010 war der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) der erste deutsche Politiker, der von Krieg sprach.

AUSBILDUNG: Zum Jahreswechsel soll der Isaf-Einsatz beendet und durch die Mission «Resolute Support» (Entschlossene Unterstützung) mit etwa 13 000 Soldaten ersetzt werden. Der neue Auftrag lautet «Ausbildung, Beratung, Unterstützung». Trotzdem kann die Truppe weiterhin in Gefechte verwickelt und Ziel von Anschlägen werden.