Hintergrund: Bayern seit Jahrzehnten fest in CSU-Hand

Bayern ist seit mehr als einem halben Jahrhundert fest in CSU-Hand. Seit 1945 gab es nur wenige Jahre, in denen kein CSU-Politiker Ministerpräsident war: Von 1945 bis 1946 und von 1954 bis 1957. Da war Wilhelm Hoegner (SPD) bayerischer Regierungschef.

Abgesehen davon regierten die Christsozialen ununterbrochen. Von 1946 bis 1950 und von 1962 bis 2008 hatte die CSU sogar die absolute Mehrheit im Landtag. Anfangs ging sie trotzdem noch Koalitionen ein, zwischen 1947 und 1950 und dann seit 1966 regierte sie den Freistaat aber allein. Edmund Stoiber hatte nach der Wahl 2003 sogar eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Landtag im Rücken.

Bei der Landtagswahl 2008 musste die CSU dann nicht nur einen dramatischen Absturz von 60,7 auf 43,4 Prozent verkraften, sondern auch - was noch schlimmer war - den Verlust der jahrzehntelangen Alleinherrschaft. Sie war fortan wieder auf einen Koalitionspartner angewiesen - und entschied sich für die FDP.

27,4 Prozent im Jahr 1950 war das schlechteste Ergebnis, das die CSU je bei einer Landtagswahl in Bayern einfuhr. Ein Ergebnis von unter 50 Prozent hatte die CSU vor 2008 zuletzt im Jahr 1966 verkraften müssen.