Hintergrund: Der EZB-Neubau - «Dreidimensionale Ikone der EU»

Das neue, spektakuläre Gebäudeensemble der Europäischen Zentralbank (EZB) am Frankfurter Mainufer besteht aus drei Elementen.

Hintergrund: Der EZB-Neubau - «Dreidimensionale Ikone der EU»
Frank Rumpenhorst Hintergrund: Der EZB-Neubau - «Dreidimensionale Ikone der EU»

Ein stählerner Querriegel durchbohrt die restaurierte, 250 Meter lange ehemaligen Großmarkthalle wie ein Pfeil und dient zugleich als Eingangsbau. Ein geschwungener Glasgang verbindet die Großmarkthalle mit dem gläsernen Doppel-Büroturm. 165 und 185 Meter sind die Zwillingstürme hoch, die von jeder Seite anders aussehen. Die beiden Hochhäuser sind mit Stahlstreben und Plattformen verbunden und wirken von außen wie ein Gebäude.

«Eine dreidimensionale Ikone für die EU», nennt Wolf Prix vom Wiener Architekturbüro Coop Himmelb(l)au sein Gebäude. Eine Gedenkstätte gehört auch zum Ensemble. Sie soll daran erinnern, dass die Nazis mehr als 10 000 Frankfurter Juden aus der Großmarkthalle mit Zügen in die Vernichtungslager abtransportierten - während im Stockwerk darüber der Marktbetrieb weiter lief. Das «Ensemble verschiedener authentischer Orte» soll, anders als das übrige EZB-Gelände, in Führungen für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Der neue EZB-Hauptsitz verfügt über bis zu 2900 Arbeitsplätze. Der ursprünglich auf 850 Millionen Euro veranschlagte Kostenrahmen (zu Preisen von 2005) wurde auf 1,3 Milliarden Euro erweitert. Allein der Preisanstieg von Baumaterialien und -leistungen schlug dabei mit rund 220 Millionen Euro zu Buche. Die Integration der denkmalgeschützten Großmarkthalle war zudem schwieriger und teurer als veranschlagt. Zudem mussten 600 Arbeitsplätze mehr als geplant untergebracht werden.