Hintergrund: Die Ergebnisse des EU-Türkei-Gipfels

Geld und politische Zugeständnisse gegen Hilfe in der Flüchtlingskrise: Das ist das Ergebnis des EU-Türkei-Gipfels in Brüssel. Wichtige Punkte im Überblick:

AKTIONSPLAN: Die Türkei soll der EU helfen, die illegale Einreise von Flüchtlingen nach Europa weitestgehend zu stoppen. Dafür soll sie ihre Küsten besser schützen und effektiver gegen Schlepper vorgehen.

FINANZIELLE UNTERSTÜTZUNG: Die EU-Staaten geben drei Milliarden Euro dafür, dass Flüchtlinge in der Türkei besser versorgt werden. Wer wie viel zahlt, ist noch unklar.

EU-BEITRITTSVERHANDLUNGEN: Bereits am 14. Dezember werden die ins Stocken geratene Verhandlungen wieder aufgenommen - Thema: Wirtschaft und Finanzen. Bis Frühjahr 2016 soll die EU-Kommission Verhandlungen zu weiteren Themenbereichen vorbereiten. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu bezeichnet den Gipfel als «historischen Tag». Die Türkei ist seit 1999 EU-Beitrittskandidat.

VISAFREIHEIT: Bislang benötigten Türken für die Einreise in den Schengen-Raum in der Regel ein Visum. Wenn die Türkei ihren Teil des Aktionsplan erfüllt, könnte die Visapflicht bereits im Oktober 2016 fallen. Im Gegenzug sollen die EU-Staaten von Juni 2016 an illegal über die Türkei eingereiste Flüchtlinge wieder dorthin zurückschicken können.

ZOLLUNION: Die EU stellt der Türkei den Start von Verhandlungen für Ende 2016 in Aussicht.