Hintergrund: Die «Politik des Duchwinkens»

Mit der «Politik des Durchwinkens» wird das Weiterreichen von Flüchtlingen innerhalb Europas bezeichnet. Vor allem auf der sogenannten Balkanroute ließen Staaten Flüchtlinge und Migranten teilweise ungehindert in ihre jeweiligen Nachbarländer passieren oder leiteten sie sogar gezielt weiter.

Hintergrund: Die «Politik des Duchwinkens»
Christian Bruna Hintergrund: Die «Politik des Duchwinkens»

Die überwiegende Mehrheit von Flüchtlingen und Migranten gelangte auf diese Weise nach Österreich, in die skandinavischen Länder sowie nach Deutschland. Die «Politik des Durchwinkens» ist eines der Kernprobleme in der Flüchtlingskrise. Die EU-Kommission kritisiert den Ansatz immer wieder.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hatte im Sommer das Dublin-Verfahren für syrische Flüchtlinge ausgesetzt. Eigentlich müssten Flüchtlinge in dem Land, in dem sie erstmals EU-Boden betreten, Asyl beantragen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte im August, das Dublin-Verfahren mache keinen Sinn.

Die mittelosteuropäischen Länder reagierten auf diese «Willkommenskultur» Deutschlands mit dem Weiterleiten von Flüchtlingen.

Die Polizeidirektoren Mazedoniens, Serbiens, Kroatiens, Sloweniens und Österreichs beschlossen nun am Donnerstag, Flüchtlinge nach einer Erstkontrolle in Mazedonien künftig gemeinsam mit Zügen in Richtung Deutschland zu transportieren. Passieren dürfen die griechisch-mazedonische Grenze nur noch Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Alle anderen werden abgewiesen.