Hintergrund: Staatsanleihen

Zur Finanzierung ihrer Ausgaben brauchen Staaten viel Geld. Weil die Einnahmen aus Steuern und Abgaben dafür meist nicht ausreichen, leihen sie sich zusätzliche Mittel.

Das geschieht am Kapitalmarkt, wo die Staaten bestimmte Wertpapiere - Anleihen - an Investoren verkaufen. Eine Anleihe ist also eine Art Schuldschein, die Ausgabe von Staatsanleihen eine Art zusätzlicher Kreditaufnahme.

Für jede Anleihe - sie heißt oft auch Obligation, Schuldverschreibung oder Bond - wird festgelegt, wann der Staat das Geld zurückzahlen und wie viel Zinsen er dem Geldgeber dafür zahlen muss. Je riskanter eine Staatsanleihe aus Sicht der Gläubiger ist, desto höhere Zinsen muss der Schuldner einräumen, um noch weitere Käufer zu finden.

Dabei kann es zu einem Teufelskreis kommen, wenn einem hoch verschuldeten Staat das nötige Geld für diese Zinszahlungen fehlt. Das ist bei Griechenland der Fall. Und es fehlt das Vertrauen der Anleger, dass Athen seine Schulden jemals zurückzahlen kann. Somit ist Griechenland von der längerfristigen Schuldenaufnahme am Kapitalmarkt abgeschnitten.