Hintergrund: Unruhiger Wüstenstaat Mali

Seit einem Militärputsch 2012 Jahren lassen radikale Islamisten und separatistische Rebellen Mali nicht zur Ruhe kommen. Der Norden des Staates wurde nach dem Putsch von Islamisten eingenommen, die erst mit Eingreifen der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich zurückgedrängt wurden.

Hintergrund: Unruhiger Wüstenstaat Mali
Oliver Lang Hintergrund: Unruhiger Wüstenstaat Mali

Eine internationale Friedenstruppe von knapp 12 000 Soldaten und Polizisten versucht seit 2013, das westafrikanische Land wieder zu stabilisieren. An einer EU-Ausbildungsmission für die malische Armee beteiligen sich auch Soldaten der Bundeswehr.

Anfang Mai schloss die Regierung von Präsident Ibrahim Boubakar Keita ein Friedensabkommen mit mehreren Rebellengruppen. Das Vertrag soll dem Norden Malis mehr Autonomie geben. Die Aufständischen verpflichten sich im Gegenzug, die Regierung in Bamako anzuerkennen.

Die wichtigste Rebellengruppe der Tuareg, die separatistische «Koordination der Bewegungen des Azawad» (CMA), boykottierte den Vertrag jedoch. Der Nordosten Malis ist auch ein Transit-Korridor für Flüchtlinge aus Westafrika auf dem Weg nach Europa.

Mali mit seinen rund 15 Millionen Einwohnern gehört einem umfassenden UN-Entwicklungsindex zufolge zu den ärmsten Ländern der Welt (Rang 176 von 187). Die durchschnittliche Lebenserwartung in Mali liegt der Weltbank zufolge bei 55 Jahren (Deutschland: 81 Jahre).