Hintergrund: Wahlbeteiligung bundesweit mit sinkender Tendenz

In den Anfängen der Bundesrepublik war das politische Interesse der Wähler weit größer als heute. Eine Wahlbeteiligung von 85 Prozent und mehr galt in den 1950er und 1960er Jahren als normal.

Hintergrund: Wahlbeteiligung bundesweit mit sinkender Tendenz
Felix Kästle Hintergrund: Wahlbeteiligung bundesweit mit sinkender Tendenz

Im Zuge der emotionalen Auseinandersetzung über die Ostpolitik erreichte sie bei der Bundestagswahl 1972 mit 91,1 Prozent ein Rekordhoch.

Mit der ersten gesamtdeutschen Wahl 1990 ging die Beteiligung dann deutlich zurück und sank mit 70,8 Prozent 2009 auf einen historischen Tiefstand. 2013 legte sie auf 71,5 Prozent wieder leicht zu. Auch bei den meisten Landtagswahlen ist in ganz Deutschland seit langem ein rückläufiger Trend festzustellen.

Mit lediglich 50,2 Prozent verzeichnete BREMEN im Mai 2015 die bisher niedrigste Beteiligung unter den westdeutschen Ländern. Auch bei der Bürgerschaftswahl in HAMBURG lag sie im Februar 2015 bei nur 56,5 Prozent. In BRANDENBURG (47,9) und SACHSEN (49,1) waren 2014 nicht einmal die Hälfte der Wahlberechtigten zur Wahlurne gegangen.

Ein bundesweit historisches Tief gab es mit 44,4 Prozent 2006 in SACHSEN-ANHALT. 1998 hatte die Beteiligung dort noch bei 71,5 Prozent gelegen. BADEN-WÜRTTEMBERG hatte die bislang höchste Wahlbeteiligung 1972 mit 80,0 Prozent, die niedrigste 2006 mit 53,4 Prozent. In RHEINLAND-PFALZ lag der bisher höchste Wert 1983 bei 90,4 Prozent, der niedrigste 2006 bei 58,2 Prozent.