Hintergrund: Warum ist «Pegida» in Sachsen erfolgreich?

Von Woche zu Woche bekommt die Anti-Islam-Bewegung «Pegida» in Dresden mehr Zulauf. Der Dresdner Politikwissenschaftler Werner Patzelt geht davon aus, dass das Bündnis bei vielen Menschen einen Nerv trifft.

«Im Westen gibt es schon viele Zuwanderer und Flüchtlinge; dort hat man sich an sie gewöhnt - im Osten noch nicht», sagte Patzelt der Deutschen Presse-Agentur.

Die Menschen in Ostdeutschland seien in den letzten 25 Jahren «heftig durchgerüttelt worden». Jetzt hätten sie den Eindruck, dass endlich alles stimme: Die Arbeitslosigkeit gehe zurück, Straßen und Häuser seien in Ordnung. Ausgerechnet da stehe offenbar die nächste große Transformation der Gesellschaft an.

Hinzu kommt laut Patzelt, dass Sachsen von allen Bundesländern den größten Anteil von ausdrücklichen Rechten hat - also von solchen, die NPD wählen oder sich selbst als rechtsradikal empfinden. Zudem habe ein Land, in dem vorrangig CDU gewählt werde, mehr Rechte als Bundesländer, in denen die Mehrheit SPD wähle. Auch das gebe nicht-linken Protestbewegungen wie «Pegida» mehr Resonanz.