Hintergrund: Was über die Anschläge bekannt ist

Fünf Wochen nach den Anschlägen von Paris wird Kopenhagen vom Terror erschüttert. Ein 22-jähriger Mann erschießt zwei Menschen und verletzt fünf weitere. Zwei Tage nach der Tat sind noch viele Fragen offen.

Wie verlief die Tat?

Am Samstag um 15.33 Uhr eröffnet ein mit roter Wollmütze und schwarzer Daunenjacke bekleideter Mann das Feuer auf eine Diskussionsrunde zum Thema Meinungsfreiheit in einem Kopenhagener Kulturcafé. Ein Filmemacher stirbt, drei Polizisten werden verletzt, der Täter flüchtet in einem VW. Die Polizei startet eine Großfahndung, die über mehrere Stunden erfolglos bleibt. Gegen 1.00 Uhr nachts folgt der zweite Anschlag: Vor einer Synagoge wird ein jüdischer Wachmann tödlich getroffen, zwei Polizisten werden verletzt. Der Schütze flieht.

Wie wurde der Täter gefasst?

Gegen 04.50 kehrt der Mann zu seiner Wohnung in Kopenhagen zurück. Dort wartet die Polizei auf ihn. Der Attentäter eröffnet nach Polizeiangaben das Feuer und wird in einem Schusswechsel mit der Polizei getötet.

Wer ist der Attentäter?

Der 22-Jährige soll im Bandenmilieu bereits durch Gewaltdelikte und Verstöße gegen das Waffengesetz aufgefallen sein. Medienberichten zufolge soll der Sohn palästinensischer Eltern erst vor wenigen Wochen aus dem Gefängnis entlassen worden sein, wo er wegen einer Messerattacke in einer S-Bahn eingesessen haben soll.

Was waren die Motive des Mannes?

Einiges deutet auf einen islamistischen Hintergrund hin. Es wird gemutmaßt, dass der Angriff dem schwedischen Zeichner Lars Vilks gegolten haben könnte, der sich in dem Kulturcafé befand. Islamisten kritisieren ihn seit Jahren wegen seiner Mohammed-Karikaturen. Der Attentäter soll sich Medienberichten zufolge zudem mehrfach wütend zu Israel geäußert haben und in der Haft durch extremistische Ansichten aufgefallen sein. Sichere Erkenntnisse über die Motive gibt es aber nicht.

Hatte der Mann Komplizen?

Die Polizei hat zwei mutmaßliche Komplizen festgenommen. Sie sollen dem Attentäter «mit Rat und Tat» zur Seite gestanden haben. Die beiden Männer sind 19 und 22 Jahre alt. Sie beteuern ihre Unschuld. Die Ermittler werfen ihnen vor, dass sie die Waffe für den Angriff auf das Kulturcafé beschafft haben.

Die Polizei wertet dies als Beihilfe zu Mord, Mordversuch und gefährlicher Körperverletzung, nicht aber zum Terror. Anwälte weisen darauf hin, dass die angeordneten zehn Tage Untersuchungshaft relativ wenig sind.

Steckt eine Terrororganisation wie Al-Kaida oder der Terrormiliz Islamische Staat (IS) hinter der Tat?

Darauf gibt es - anders als bei den Attentaten von Paris im Januar - bisher keine Hinweise. Der Täter soll aber gesagt haben, er wolle sich dem IS in Syrien anschließen.