Hisbollah-Kommandeur in Beirut getötet

Ein wichtiger Kommandeur der libanesischen Hisbollah-Miliz, Hassaan al-Lakis, ist in der Hauptstadt Beirut Opfer eines Anschlags geworden.

Hisbollah-Kommandeur in Beirut getötet
Hezbollah Media Office / Handout Hisbollah-Kommandeur in Beirut getötet

Er wurde in der Nacht zum Mittwoch auf einem Parkplatz vor einem Wohnblock im Bezirk Sainte Thérèse in seinem Auto erschossen. Die Nachrichten-Website «Libanon Now» meldete, der Schütze sei unerkannt entkommen.

Die Hisbollah bezichtigte Israel der Tat. Israel habe schon öfter versucht, Al-Lakis umzubringen, hieß es zur Begründung. Die Regierung in Jerusalem wies die Anschuldigungen zurück. Zugleich teilte eine bisher unbekannte Gruppe - Brigade der Freien Sunniten von Baalbek - mit, sie haben den Hisbollah-Mann getötet. Für die Echtheit des Bekennerschreibens, das über soziale Netzwerke verbreitet wurde, gab es zunächst keinen Beweis.

Sunnitische Gruppen mit Beziehungen zu Rebellen in Syrien hatten sich in den vergangenen Monaten zu mehreren Anschlägen auf die Hisbollah im Libanon bekannt. Mitglieder der Schiiten-Bewegung Hisbollah kämpfen im syrischen Bürgerkrieg Schulter an Schulter mit den Truppen von Präsident Baschar al-Assad.

«Israel hat mit diesem Zwischenfall nichts zu tun», sagte der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Jigal Palmor, dem Nachrichtensender i24news in Tel Aviv. «Dies sind reflexartige und automatische Anschuldigungen seitens der Hisbollah. Sie brauchen dafür keine Beweise und lasten die Tat einfach Israel an», sagte Palmor.

Die israelische Zeitung «Times of Israel» schrieb, Israel könnte durchaus ein Interesse am Tod von Al-Lakis gehabt haben. Er sei unter anderem für die Beschaffung von Munition und Raketen zuständig gewesen, die Israel bedrohen. Zudem müssten die Täter über sehr genaue Geheimdienstinformationen verfügt haben, um die Bedeutung Al-Lakis für die Hisbollah zu erkennen.