Historiker Hans Mommsen ist gestorben

Der Historiker Hans Mommsen ist tot. Der Wissenschaftler starb am Donnerstag, dem Tag seines 85. Geburtstages, in der Nähe des Starnberger Sees.

Entsprechende Berichte der «Süddeutschen Zeitung» und der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» bestätigte das Bestattungsinstitut Zirngibl am Donnerstagabend in Tutzing der Deutschen Presse-Agentur.

Der in Marburg geborene Mommsen lehrte bis zu seiner Emeritierung 1996 als Professor für Neuere Geschichte an der Ruhruniversität in Bochum. Mommsen galt als der bedeutendste Historiker des Nationalsozialismus in Deutschland.

Mommsen entstammte einer bedeutenden Historikerdynastie. Er ist Urenkel des legendären Liberalen und Althistorikers Theodor Mommsen, der 1902 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. Hans Mommsen hatte seine Forschungsschwerpunkte zu den Themen Arbeiterbewegung, Weimarer Republik und Nationalsozialismus. Er zählte im Historikerstreit Mitte der 80er Jahre zu den entschiedensten Gegnern von Ernst Noltes These eines Zusammenhangs zwischen den bolschewistischen und den NS-Verbrechen.