«Historischer Ausrutscher»: Juve bleibt gelassen

Trotz der historischen Pleite zum Saisonstart mahnte Massimiliano Allegri zu Ruhe und Geduld. Der Trainer von Italiens Fußball-Meister Juventus Turin ließ sich nach der bislang ersten Heimniederlage seines Teams zum Saisonstart in der Serie A nicht beunruhigen.

«Historischer Ausrutscher»: Juve bleibt gelassen
Piotr Wittman «Historischer Ausrutscher»: Juve bleibt gelassen

«Wichtig ist, dass wir jetzt weiterarbeiten. Wir dürfen nicht die Geduld verlieren, wenn der Ball mal nicht reingeht», forderte der Coach des Champions-League-Finalisten nach der überraschenden 0:1-Pleite zum Auftakt gegen Udinese Calcio.

Nach vier Titeln in Serie war Juventus erneut als großer Favorit in die Saison gegangen. Doch die Abgänge der Stars Arturo Vidal, Andrea Pirlo und Carlos Tevez setzen dem Rekordmeister mehr zu als gedacht. «Zu Hause zu verlieren, tut weh, aber wir wussten vor der Saison um die Schwierigkeiten», gab Allegri zu. Dazu kamen die Verletzungen von Neuzugang Sami Khedira, Stürmer Alvaro Morata und Mittelfeldspieler Claudio Marchisio. «Wenn wir den Kader komplett haben, wird es etwas anderes sein», prophezeite Verteidiger Giorgio Chiellini.

Eine Heimniederlage zum Start in die neue Saison - das gab es bei den Bianconeri überhaupt noch nie. In ihren bisherigen 40 Heimspielen zum Auftakt konnten die Norditaliener 33 Siege und sieben Remis feiern - nun ist der Fehlstart dank des einzigen Treffers von Udines Cyril Thereau (78. Minute) perfekt. «Juve, historischer Ausrutscher», titelte die «Gazzetta dello Sport», während der römische «Corriere dello Sport» hämisch kommentierte: «Sensationeller Zusammenbruch für Juve. Die Entscheidungen von Allegri überzeugen nicht.»

Die Pleite gegen Udine, das vergangene Saison nur knapp den Abstieg vermieden hatte, ist zudem die erste Heimniederlage für Juve seit 48 Spielen. Die letzte von bislang überhaupt erst drei Liga-Pleiten im Juventus Stadium gab es am 6. Januar 2013 gegen Sampdoria Genua. Dabei war der Meister gegen Udine lange das bessere Team. «Wir hätten ein Tor schießen können und müssen, stattdessen kassieren wir bei der ersten Unaufmerksamkeit eins», urteilte Chiellini. 21 Torschüsse und 66,2 Prozent Ballbesitz wurden für Juve nach der Partie notiert. «Uns hat nur das Tor gefehlt», meinte Verteidiger Leonardo Bonucci.

Hoffnung macht den Turinern die Rückkehr der verletzten Khedira, Morata und Marchisio in den nächsten Wochen. Zudem will sich der Club noch weiter verstärken, der Kolumbianer Juan Cuadrado vom FC Chelsea soll für ein Jahr ausgeliehen werden. Viel Zeit bleibt Juve nicht, um wieder zu alter Stärke zu finden. Bereits nächsten Sonntag steht beim AS Rom das Spitzenspiel der vergangenen Jahre an. Allerdings ist auch der Vize-Meister mit einem 1:1 bei Hellas Verona nicht optimal gestartet. Juve-Verteidiger Leonardo Bonucci versprach: «Wir haben die richtigen Eigenschaften, um dort etwas mitnehmen zu können.»