Historischer Kenia-Prozess vor Weltstrafgericht begonnen

Vor dem Internationalen Strafgerichtshof steht heute erstmals ein amtierender Staatspolitiker vor Gericht. Der Vizepräsident Kenias, William Ruto, ist wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, darunter Mord und Verfolgung, angeklagt.

Der 46-jährige Politiker erklärte, unschuldig zu sein. Ruto soll Gewalttaten nach der Präsidentenwahl in Kenia 2007 geplant und organisiert haben. Der einflussreiche Politiker habe die Kämpfer mobilisiert und mit Waffen versorgt, sagte Chefanklägerin Fatou Bensouda. Dadurch habe er «seine politischen Ziele erreichen und seinen Machthunger befriedigen» wollen. Auch der mitangeklagte Radiojournalist Joshua Arap Sang erklärte sich unschuldig.

Bei bei Unruhen zwischen verschiedenen Stämmen waren über 1000 Menschen getötet worden. Einige Dutzend Abgeordnete aus Kenia verfolgen den Prozess in Den Haag. Kenias Parlament wirft dem Gericht Einseitigkeit vor und entscheidet zur Zeit über einen Gesetzentwurf, nachdem das Land das Weltstrafgericht verlassen wird.