Hochwasserlage in Triftern hat sich entspannt

Die Hochwasserlage im niederbayerischen Triftern hat sich entspannt. «Das Wasser läuft zügig ab. Die Feuerwehren haben Zeit, die vollgelaufenen Keller leer zu pumpen», sagte der Einsatzleiter der örtlichen Wasserwacht, Hans Nothaft.

Hochwasserlage in Triftern hat sich entspannt
Armin Weigel Hochwasserlage in Triftern hat sich entspannt

Nach stundenlangem Dauerregen hatte sich ein kleiner Bach in einen fast 100 Meter breiten reißenden Strom entwickelt und zahlreiche Menschen in ihren Häusern überrascht. Die Behörden hatten am Mittag Katastrophenalarm ausgelöst. «Wir haben etwa 40 Menschen mit Booten und Hubschraubern gerettet», erläuterte Nothaft. Jetzt gehe es darum, die Menschen, die in den Häusern ohne Strom auskommen müssen, zu versorgen.

Auch die Situation der etwa 50 Kinder in der örtlichen Schule in Triftern hat sich entspannt. Sie hatten stundenlang in der Turnhalle ausharren müssen, weil die Zufahrtswege überspült waren. «Die Straßen sind wieder frei und die Kinder können wieder nach Hause», sagte Nothaft.

Das Hochwasser hat 9000 Haushalte vom Strom abgeschnitten. Die Fluten verhinderten vielerorts den Zugang zu Trafostationen oder Umspannwerken, teilte der Energienetzbetreiber Bayernwerk am Mittwochabend mit.

Tausende Haushalte sollten auch über Nacht ohne Stromversorgung sein. Mitarbeiter seien unterwegs, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Da es keinen detaillierten Überblick über die Hochwassersituation gebe, müsse der Strom vielfach abgeschaltet bleiben. Sicherheit habe absoluten Vorrang. «Wir schalten nur dann, wenn wir einen klaren Überblick über die lokale Lage haben», erklärte Jürgen Graml, der beim Bayernwerk den Netzbetrieb Niederbayern verantwortet.

Das Ziel laute zunächst, die Versorgung in der Region auf dem derzeitigen Niveau zu halten. Für die Nacht habe Bayernwerk die Bereitschaftsdienste deutlich verstärkt, um für eine mögliche Verschlechterung der Situation gerüstet zu sein.

Stromausfälle habe es in Triftern, Tann, Hunddorf, Hundsberg, Taubenbach, Tannenbach, Postmünster, Julbach, Zeilarn, Kirchdorf am Inn, Marktl, Ering, Osterham, Martinskirchen, Bad Birnbach und Auerbach gegeben.

Mehrere Schulen bleiben am Donnerstag geschlossen. Die Abiturprüfungen an der Fachoberschule und an der Beruflichen Oberschule in Pfarrkirchen fänden aber statt, sagte der stellvertretende Sprecher des Landratsamtes, Robert Kubitschek, am Mittwochabend. Schüler, die wegen der Überschwemmungen nicht zur Prüfung kommen könnten, bekämen schnell einen Nachholtermin.

In Simbach mussten sich 350 Schüler auf eine Übernachtung in ihrer Schule einrichten - die Zufahrtswege waren auch am Abend noch nicht passierbar. Die zunächst in Triftern eingeschlossenen Kinder konnten das Schulgebäude hingegen verlassen.

«Die Pegel gehen etwas zurück», sagte Kubitschek. Jedoch seien die Verwüstungen groß. «Brücken sind eingestürzt oder unbefahrbar. Straßen sind unterspült.»