Höhere Löhne am Bau - Osten holt auf

Rund 785 000 Beschäftigte der deutschen Baubranche erhalten höhere Löhne. Darauf einigten sich Arbeitgeber und Gewerkschafter in der Nacht.

Höhere Löhne am Bau - Osten holt auf
Arno Burgi Höhere Löhne am Bau - Osten holt auf

Der Tarifabschluss sieht eine Erhöhung in zwei Stufen vor: Sie rechnen sich bei einer Laufzeit von 22 Monaten im Westen auf ein Plus von 4,6 Prozent und im Osten auf 5,3 Prozent zusammen. Das teilten die IG Bauen-Agrar-Umwelt und die Arbeitgeber in Wiesbaden mit.

Auch bei den Arbeitsbedingungen gab es nach 14 Stunden am Verhandlungstisch einen Kompromiss. So zahlt künftig bei weit vom Firmensitz entfernten Baustellen der Arbeitgeber die Übernachtung. Zudem gibt es eine neue tarifliche Verpflegungspauschale von mindestens 24 Euro pro Arbeitstag.

«Das Ergebnis ist ein Kompromiss, mit dem es sich keine Seite leicht gemacht hat», erklärte der stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende und Verhandlungsführer Dietmar Schäfers. Die Gespräche hätten mehrfach vor dem Scheitern gestanden. «Uns war insbesondere wichtig, dass wir einen spürbaren realen Nettolohnzuwachs erzielen konnten.»

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Frank Dupré, betonte: «Unsere Mitarbeiter erhalten aufgrund der niedrigen Inflationsrate eine deutliche Reallohnsteigerung und einen angemessenen Anteil an der Branchenentwicklung.» Die Lohnangleichung von Ost und West schreite zudem voran.

Die erste Stufe sieht rückwirkend zum 1. Mai für den Westen und für Berlin ein Gehaltsplus von 2,4 Prozent vor, für die Ostbeschäftigten sind es 2,9 Prozent. Ab dem 1. Mai 2017 steigen die Gehälter erneut um 2,2 Prozent (West/Berlin) beziehungsweise 2,4 Prozent (Ost). Der Tarifvertrag läuft Ende Februar 2018 aus.

Dem Abschluss aus der vierten Verhandlungsrunde müssen noch die Gremien der Vertragspartner zustimmen. Die Tarifkommission der Gewerkschaft will am Samstag (21. Mai) abstimmen.