Hoffen auf Dopfer & Neureuther nach ÖSV-Dominanz in Garmisch-Abfahrt

Partenkirchen (dpa) - Einen Tag vor dem Heim-Auftritt von Felix Neureuther und Fritz Dopfer gehörte das Abfahrts-Podium erneut nur Skirennfahrern aus Österreich.

Hannes Reichelt auf eins, Romed Baumann auf zwei und Olympiasieger Matthias Mayer auf drei - wie vor einer Woche in Saalbach-Hinterglemm gingen die Spitzenplätze auch beim Weltcup-Rennen in Garmisch-Partenkirchen am Samstag an Rot-Weiß-Rot.

Die Chancen von Österreichs Ass Marcel Hirscher auf den vierten Gesamtweltcupsieg nacheinander sind dadurch weiter gestiegen. Sechs seiner Teamkollegen schafften es in die Top 10 - Hirschers Verfolger dagegen, der Norweger Kjetil Jansrud, wurde auf den geteilten 19. Rang durchgereicht und konnte lediglich zwölf Zähler sammeln.

Sein Rückstand auf Hirscher beträgt 104 Punkte. Der 25-Jährige stand nicht am Start, er fährt nur gelegentlich im Super-G und ganz selten in der Abfahrt. Wie Dopfer und Neureuther zählt Hirscher im Riesenslalom am Sonntag (10.30 und 13.30 Uhr/ZDF) aber zu den stärksten Fahrern. «Hirscher muss auch erst schnell fahren», sagte Jansrud, gestand aber ohne Zögern: «Das war kein optimaler Tag.»

Bester Deutscher auf der verkürzten Traditionsstrecke im Werdenfelser Land war Klaus Brandner, der im Ziel wie Jansrud 0,75 Sekunden Rückstand hatte. Bei den Zwischenzeiten lag er gar auf Kurs einer Top-Fünf-Platzierung, verlor im unteren Streckenteil aber noch. «Einerseits bin ich schon zufrieden, andererseits ärgert es mich schon, dass ich unten den Fehler habe», sagte der 25-Jährige.

Bei der guten Fahrt half ihm die hohe Startnummer 42 ein wenig. Die letzten Fahrer durften sich über Sonnenschein freuen. Zu Beginn des Wettkampfes hing noch der Nebel in der Strecke. Das Rennen war um mehr als zwei Stunden verspätet und nur vom Super-G-Start aus über die Bühne gegangen. Tröglhang und Schussanger fielen weg.

Die anderen Starter des Deutschen Skiverbands konnten mit ihrem einzigen Auftritt in Deutschland nicht zufrieden sein. Andreas Sander kam auf der regulären Strecke im Training noch auf die starken Plätze zwei und elf - und wurde dann im Rennen 32. «Ich habe mich gut gefühlt. Dass es dann so überhaupt nicht klappt, ist natürlich schade», sagte Sander. «Ich hätte sicher um drei oder vier Zehntel schneller fahren können.»

Dem ehemaligen Junioren-Weltmeister im Super-G gelang nach zuletzt schwierigen Jahren im WM-Winter dennoch eine bemerkenswerte Entwicklung. Mit der Teilnahme am Weltcup-Finale in Méribel krönen kann er sie Mitte März aber wohl nicht mehr. Auf die Top 25 der Abfahrts-Wertung fehlen bei noch einer ausstehenden Schussfahrt 42 Punkte. «Ich glaube, das ist weg», sagte er.

Die besten Chancen auf die Reise nach Frankreich hat aus dem Speedteam Josef Ferstl. Als 27. der Wertung muss er kommende Woche im norwegischen Kvitfjell allerdings neun Punkte aufholen. Es sei «das große Ziel, dass ich das erreiche. Aber das wird nicht einfach», meinte Ferstl nach Rang 24 in Garmisch-Partenkirchen.

Für deutsche Podestplätze sollen am Sonntag die WM-Medaillengewinner Dopfer und Neureuther sorgen. «Das machen sie eh schon die ganze Saison. Die sind richtig gut drauf», sagte Ferstl.

Die Damen wurden im bulgarischen Bansko erneut vom starken Nebel ausgebremst. Nach der Absage des ersten Super-G am Freitag musste der Skiweltverband FIS am Samstag wegen des schlechten Wetters im Südwesten Bulgariens den zweiten Super-G abbrechen. Trotz mehrmaliger Verschiebungen besserten sich die Bedingungen auch um die Mittagszeit nicht, nur 13 Fahrerinnen konnten bis dahin starten. Viktoria Rebensburg schied auch wegen der widrigen Verhältnisse aus. Für Sonntag ist in Bansko noch eine Alpine Kombination geplant.