Hoffnung auf lockere EZB-Geldpolitik zieht Dax nach oben

Der deutsche Aktienmarkt hat ugelegt. Beflügelt wurden die Kurse von Hoffnungen auf weiterhin billiges Geld in der Eurozone.

Der Dax notierte am Nachmittag 0,81 Prozent höher bei 11 385,62 Punkten - das war der höchste Stand seit rund dreieinhalb Monaten. In der Vorwoche hatte der Leitindex bereits 1,6 Prozent gewonnen.

Der MDax kletterte am Montag zuletzt um 0,38 Prozent auf 21 503,43 Punkte nach oben und nähert sich damit seinem Rekordstand, den er im April erreicht hatte. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,80 Prozent auf 1858,60 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 0,56 Prozent vor.

Die Aussicht auf eine weitere Flut von Billiggeld durch die EZB hatte dem Aktienmarkt zuletzt kräftig Rückenwind verliehen. Am Donnerstag nun muss EZB-Präsident Mario Draghi liefern. Zudem richten sich die Blicke bereits auf den am Freitag erwarteten monatlichen Arbeitsmarktbericht aus den USA. Er könnte der Startschuss sein, um jenseits des Atlantiks mit der Abkehr von der Nullzinspolitik zu beginnen.

Aus Unternehmenssicht stand am Montag die Immobilienbranche im Fokus: Nach der Übernahme eines Wohnungsportfolios stiegen die Aktien von Deutsche Wohnen um 0,85 Prozent. Marktexperten sehen in der Transaktion auch eine Verteidigungsstrategie der Deutsche Wohnen gegen eine Übernahme durch Vonovia, die nun noch teurer werden dürfte. Vonovia-Titel weiteten ihre Verluste nach der Zustimmung der Aktionäre zur geplanten feindlichen Übernahme von Deutsche Wohnen auf knapp 2 Prozent aus.

Lufthansa-Papiere profitierten mit plus 2,06 Prozent von einer Einigung im Tarifkonflikt mit dem Bodenpersonal. Die Vorzugsaktien von Volkswagen knüpften an ihren jüngsten Aufwärtstrend an und gewannen an der Dax-Spitze 4,68 Prozent.

Die vom Markt optimistisch eingeschätzte Geschäftsentwicklung des Chipkonzerns Infineon hat die Aktien auf den höchsten Stand seit mehr als zehn Jahren getrieben. Sie verteuerten sich um 3,64 Prozent auf 14,095 Euro.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,31 auf 0,32 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,01 Prozent auf 140,48 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,09 Prozent auf 158,31 Punkte. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0579 (Freitag: 1,0580) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9453 (0,9452) Euro.