Hoffnung im US-Etatstreit treibt Dax auf Rekordhoch

Die Hoffnung auf eine Einigung im US-Haushaltsstreit hat den deutschen Leitindex Dax auf Rekordhöhe getrieben.

Im frühen Handel stieg der Dax bis auf 8773,39 Punkte, er stand damit gut drei Punkte über seinem bisherigen Hoch bei 8770,10 Punkten vom 19. September. Zuletzt notierte er 0,50 Prozent fester bei 8768 Punkten.

Der MDax gewann 0,70 Prozent auf 15 358 Punkte. Auch der Index der mittelgroßen Werte hatte im Handelsverlauf einen Rekordwert erreicht. Für den TecDax ging es um 0,77 Prozent auf 1096 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,30 Prozent auf 2986 Punkte zu.

Nach Wochen der totalen Blockade zeichnet sich im politischen Tauziehen um die US-Finanzen ein möglicher Kompromiss ab. Spitzenvertreter von Republikanern und Demokraten arbeiteten gemeinsam an einer Übergangslösung, die den Streit um das Schuldenlimit und den Etat für das laufende Haushaltsjahr vorerst entschärfen könnte. Eine Schlüsselrolle haben die beiden Fraktionschefs im Senat übernommen, der Republikaner Mitch McConnell und der Demokrat Harry Reid.

Schon in Asien habe der neuerliche Optimismus die Märkte beflügelt, schrieb Händler Darren Clarke von Broker Gekko Markets. Auch in den USA hatte die Aussicht auf eine Einigung am Vorabend den Aktienmarkt ins Plus gehoben.

Trotz des neuen Optimismus scheint am Markt weiter Vorsicht zu herrschen. Marktexperte Dirk Gojny von der Essener National-Bank etwa bezeichnete die Lage nach wie vor als undurchsichtig. Zwar sollten nun zügig Gremien geschaffen werden, um Details zu verhandeln. «Wie weit man von einem Deal tatsächlich entfernt ist, lässt sich aber nicht beurteilen, so dass es durchaus möglich ist, dass die Verhandlungen über den Stichtag 17. Oktober hinausgehen», erklärte er.

An der Dax-Spitze kletterten die Titel von Lanxess um rund zweieinhalb Prozent. Der Spezialchemiekonzern und Hersteller von Spezialkautschuk profitiert Händlern zufolge von Aussagen des französischen Reifenherstellers Michelin, der von einer höheren Nachfrage gesprochen habe.