Hofreiter: Im Bund wohl eher Neuwahl als Schwarz-Grün

Trotz der Annäherung von CDU und Grünen in Hessen sieht Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter derzeit keine Chance für ein solches Bündnis auf Bundesebene.

Hofreiter: Im Bund wohl eher Neuwahl als Schwarz-Grün
Carmen Jaspersen Hofreiter: Im Bund wohl eher Neuwahl als Schwarz-Grün

Sollten die schwarz-roten Koalitionsbemühungen im Bund scheitern, gehe er davon aus, dass es zu einer Neuwahl kommt, sagte er der in Chemnitz erscheinenden «Freien Presse».

Natürlich werde sich seine Partei «keinem Gespräch unter Demokraten verschließen», falls die SPD-Basis in ihrem Mitgliederentscheid mehrheitlich gegen eine schwarz-rote Koalition stimme und die Union erneut auf die Grünen zukomme. Er sehe aber keinen Grund, warum seine Partei in einem solchen Fall bereit sein sollte, «den Notnagel für Frau Merkel zu geben», betonte Hofreiter. «Da müssten CDU und CSU schon zu deutlich anderen Zugeständnissen bereit sein als in den Sondierungen.»

Das Verhältnis zur Union habe sich in jüngster Zeit zwar entkrampft, «das hat aber noch nichts mit inhaltlicher Annäherung zu tun». Vor allem beim Thema ökologische Modernisierung lägen beide Parteien nach wie vor weit auseinander.

Der Vorstoß der SPD, sich für Bündnisse mit der Linkspartei zu öffnen, stößt bei Hofreiter auf Wohlwollen. «Ich bin gespannt, welche Dynamik die Öffnung der SPD bringen wird», sagte er dem Magazin «Focus». «Die Linkspartei wird jetzt endlich aus der Komfortzone des Neinsagens und Verweigerns herauskommen müssen, in der sie sich prächtig eingerichtet hat.»