Hollande: Langer Krieg gegen den Terrorismus

Nach den jüngsten Anschlägen wollen die USA und Frankreich ihre Zusammenarbeit intensivieren. Zugleich rechnet der französische Präsident François Hollande mit einem «langen Krieg gegen den Terrorismus». Es könne jeden treffen, warnte Hollande in Paris.

Hollande: Langer Krieg gegen den Terrorismus
Yoan Valat Hollande: Langer Krieg gegen den Terrorismus

Mit US-Präsident Barack Obama hatte Hollande am Vorabend vereinbart, angesichts der Bedrohung die Zusammenarbeit US-amerikanischer und französischer Sicherheitsdienste zu verstärken. Nähere Informationen gab es dazu im Élysée nicht. «Frankreich und seine Verbündeten werden damit fortfahren, die Kraft ihrer Demokratien der Barbarei entgegenzustellen», hieß es.

Regierungschef Manuel Valls betonte die Notwendigkeit, Polizei und Nachrichtendiensten die notwendigen Mittel im Kampf gegen den Terrorismus zur Verfügung zu stellen. «Wir müssen diese Arbeit fortsetzen», sagte Valls dem Sender France Inter.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) forderte die Bevölkerung angesichts der Terroranschläge zu erhöhter Wachsamkeit auf. «Wir müssen uns inzwischen sowohl auf Einzelattentate als auch auf gemischte Anschläge wie in Paris und international koordinierte Terroranschläge vorbereiten, nicht mehr nur auf eines dieser Szenarien», sagte de Maizière der «Rheinischen Post» (Mittwoch).

In der Bevölkerung sei eine erhöhte Achtsamkeit nötig, «wenn sich Familienangehörige, Nachbarn oder Freunde radikalisieren», betonte de Maizière. «Das muss Teil unserer Sicherheitsarchitektur sein. Solche Hinweise an die Behörden sind unverzichtbar für die Vereitelung von Terroranschlägen.» Die Radikalisierung erfolge nicht nur im Internet, sondern beginne regelmäßig auch im persönlichen Umfeld der Menschen.

Am Montagabend hatte ein 25 Jahre alter Kämpfer im Namen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Magnanville westlich von Paris einen Polizisten und dessen Partnerin getötet. Auch bei dem Massaker in einem vor allem von Homosexuellen besuchten Club in der US-Großstadt Orlando hatte sich der Todesschütze zum IS bekannt.