Hopfenernte in Deutschland sinkt um mehr als ein Viertel

Schlechte Hopfenernte: Angesichts der Trockenheit und Hitze der vergangenen Wochen wird in diesem Jahr in Deutschland 27 Prozent weniger Hopfen geerntet. In der Hallertau, dem wichtigsten Anbaugebiet Deutschlands, wird die Hopfenernte sogar noch schlechter ausfallen - der deutsche Hopfenverband rechnet dort mit einem Rückgang von 29 Prozent. Das teilte der Verband in Nandlstadt mit.

«Die Hopfenernte wird 2015 deutlich unter dem Durchschnitt liegen», bilanzierte Johann Pichelmaier, Präsident des Verbandes deutscher Hopfenpflanzer. Der Grund für die Ernteausfälle: Die extreme Hitze und Trockenheit der vergangenen Wochen. «Das Bier wird aber nicht ausgehen», sagte Pichelmaier. Auch mit einem höheren Bierpreis sei nicht zu rechnen, da der Hopfen nur einen geringen Einfluss auf den Preis habe. Hopfen gehört zur Grundrezeptur für Bier. Bei einigen feinen Aromahopfen sowie bei Flavour- und Spezialsorten könne es jedoch zu Engpässen kommen.

Die Ernteausfälle haben zudem finanzielle Auswirkungen auf die Hopfenbauern: Mindestens 50 Millionen Euro weniger werde in diesem Jahr bei den Hopfenpflanzern ankommen. Der Verband fordert nun steuerfreie Rücklagen für Ernteausfälle beim Hopfen. Bauern sollen sich so gegen Risiken absichern.

Neben der Hallertau wird in Deutschland vor allem in den Regionen Elbe-Saale (Sachsen-Anhalt/Sachsen/Thüringen), Tettnang (Baden-Württemberg) und im mittelfränkischen Spalt (Bayern) Hopfen angebaut.