Härtetest für Iran-Kompromiss: Experten besuchen Atomfabrik

Der Atom-Kompromiss mit dem Iran steht vor seiner ersten Belastungsprobe. Ein Team der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) will heute die Schwerwasserfabrik Arak in der Islamischen Republik inspizieren.

Härtetest für Iran-Kompromiss: Experten besuchen Atomfabrik
epa ISNA Härtetest für Iran-Kompromiss: Experten besuchen Atomfabrik

Die Anlage ist Teil des umstrittenen Forschungsreaktors Arak, dessen Bau seit längerem von der IAEA überwacht wird. Beim Betrieb von Schwerwasserreaktoren fällt Plutonium an, das sich im Prinzip zum Bau von Atombomben verwenden lässt.

Die fünf UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland hatten sich kürzlich mit dem Iran auf eine Übergangslösung geeinigt. Teheran legt demnach sein umstrittenes Atomprogramm zunächst für ein halbes Jahr auf Eis, im Gegenzug werden internationale Sanktionen gegen das Land gelockert. Während dieser Zeit soll eine dauerhafte Lösung gefunden werden.

US-Präsident Barack Obama bewertete die Aussichten dafür am Samstag überraschend zurückhaltend. Er schätze die Chancen auf «nicht mehr als 50:50 ein», sagte er bei einer Diskussionsveranstaltung zur Nahostpolitik in Washington. «Aber wir müssen es versuchen», fügte Obama hinzu. Man dürfe aber nicht naiv sein. Die USA gäben auch keine Option aus der Hand, betonte Obama mit Blick auf militärische Optionen.

Im Zuge der vor knapp zwei Wochen geschlossenen Übergangsvereinbarung stellte die Regierung in Teheran der IAEA derweil wie vereinbart Informationen über neue Zentrifugen zur Verfügung, wie ein Sprecher der iranischen Atomorganisation nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna sagte. Die Geräte werden in den beiden Anreicherungsanlagen Natans und Fordo eingesetzt.