HSV-Coach Zinnbauer setzt auf van der Vaart und Holtby

Josef Zinnbauer steht total auf Rafael van der Vaart, doch eine Einsatzgarantie will der neue HSV-Coach auch seinem Kapitän nicht zugestehen.

HSV-Coach Zinnbauer setzt auf van der Vaart und Holtby
Daniel Reinhardt HSV-Coach Zinnbauer setzt auf van der Vaart und Holtby

«Rafael hat brutale Qualitäten nach vorn, und seine Standards sind nicht zu unterschätzen. Aber er war auch länger verletzt. Alles ist offen», sagte Zinnbauer vor dem Auftritt des Tabellenzweiten 1899 Hoffenheim am Sonntag in der Hansestadt. Der Slomka-Nachfolger hält sich bewusst alle Optionen offen, dennoch spricht vieles dafür, dass der «neue HSV» erstmals mit dem Kreativ-Duo van der Vaart/Lewis Holtby seinen Aufwärtstrend in der Fußball-Bundesliga fortsetzen will. Leidtragender wäre Nationalspieler Marcell Jansen, dem ein Ersatzbank-Platz droht.

«Rafael und Lewis können auch zusammenspielen», betonte Zinnbauer in dieser Woche immer wieder - und deutete damit die Variante mit zwei Spielmachern an. Allerdings müsste er nach dem 1:0-Coup bei Borussia Dortmund, bei dem van der Vaart 90 Minuten auf der Bank saß, dafür das Motto «Never change a winning team» außer Acht lassen.

Van der Vaart hat in der zweiwöchigen Spielpause wegen der EM-Qualifikationsspiele seinen Trainingsrückstand aufgeholt und drängt zurück in die Startelf. «Ich habe gut gearbeitet und bin bereit», betonte der Mannschaftsführer, der seit seiner am 30. August bei der 0:3-Heimpleite gegen Aufsteiger SC Paderborn erlittenen Wadenverletzung gefehlt hat. Zinnbauer billigt dem 109-maligen Oranje-Auswahlakteur zwar keinen Sonderstatus zu, beobachtete ihn unter der Woche aber ganz genau und ließ ihn stets im A-Team üben.

Auch im Trainingsspiel am Mittwoch gegen die in der Regionalliga Nord noch unbesiegte eigene U23 (3:0). «Das hat bei mir nichts zu sagen», meinte Zinnbauer. Noch vor Torjäger Pierre-Michael Lasogga und Youngster Philipp Müller traf auch Lewis Holtby, der van der Vaart zuletzt auf der Spielmacher-Position prima vertreten hat.

Nun hat Zinnbauer die freie Auswahl - und lässt gegen Hoffenheim wohl beide ran. «VdV» wie gewohnt auf der Zehn hinter Lasogga und Linksfuß Holtby auf der linken Außenbahn. Auch wenn der 31 Jahre alte van der Vaart nicht mehr der Schnellste ist, hält Valon Behrami ihn für einen wichtigen Mosaikstein. «Er ist für uns ein sehr wichtiger Spieler, wir brauchen ihn, denn er kann den entscheidenden Pass spielen», urteilte der Schweizer Nationalspieler. Vor allem Lasogga hat von den überraschenden Ideen und Zuspielen des Niederländers profitiert. Sechs seiner 13 Tore aus der vergangenen Saison schoss er nach Vorlagen des HSV-Kapitäns - und verhinderte damit den Abstieg.