HSV verpasst Absprung - Darmstadt stoppt Sieglosserie

Die HSV-Fans im ausverkauften Volksparkstadion waren entsetzt. Der Hamburger SV hat nach einem miserablen Spiel und einer 1:2 (0:1)-Niederlage gegen Aufsteiger SV Darmstadt 98 den Absprung ins gesicherte Mittelfeld verpasst.

HSV verpasst Absprung - Darmstadt stoppt Sieglosserie
Lukas Schulze HSV verpasst Absprung - Darmstadt stoppt Sieglosserie

«Wir wollten nach dem Sieg in Hannover nachlegen, haben aber wieder mal versagt», gestand Mittelfeldspieler Lewis Holtby kleinlaut. Aytac Sulu per Kopf (38. Minute) und Jerome Gondorf (54.) erzielten vor 57 000 Zuschauern die Führung für die kämpferisch überzeugenden Hessen, Holtby verkürzte in der Nachspielzeit (90.+2) für die indisponierten Hamburger.

Es war die siebte Heimniederlage der Norddeutschen in dieser Saison. Zwar bleiben die Hamburger zumindest bis Sonntag Zehnter mit 34 Punkten. Doch der FC Augsburg und Hoffenheim rückten mit Siegen näher an den HSV heran und sorgen für Unruhe bei Fans und Spielern.

Ganz anders das Bild bei den Darmstädtern, die Verteidiger Slobodan Rajkovic wegen einer Verletzung beim Aufwärmen ersetzen mussten. Der Aufsteiger hat ein deutliches Zeichen im Kampf gegen den Abstieg gesetzt. «Wir hatten etwas dagegen, dass der HSV das Abstiegsgespenst vertreibt», sagte Darmstadts Trainer Dirk Schuster und freute sich über das Ende der Sieglosserie von acht Spielen. Mit 32 Punkten hat die Mannschaft vier Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz. Wegen ihrer engagierten Spielweise dürfen sich die Hessen berechtigte Hoffnungen auf den Klassenverbleib machen. «Ich bin absolut stolz auf die Mannschaft», sagte Schuster.

Den Hamburgern fehlte es an Dynamik, Präzision und Engagement. Abspielfehler häuften sich. Gegen das starke Forechecking der Gäste fanden die Einheimischen kein Mittel. «Nach dem Standard-Gegentor zum 0:1 sind wir total aus dem Tritt gekommen. Wir sind enttäuscht», sagte HSV-Trainer Bruno Labbadia. «Darmstadt hat verdient gewonnen.»

Die eigentlich als Remisspezialisten bekannten Hessen untermauerten ihre Rolle als eine der besten Auswärtsmannschaften der Bundesliga mit nunmehr 23 Punkten. Vor 4000 mitgereisten Fans bauten die Darmstädter ihre Serie auf den Vereinsrekord von fünf Spielen ohne Niederlage aus. «Das war ein ganz wichtiger Dreier», sagte Torjäger Sandro Wagner, der diesmal ohne Treffer geblieben war.

Die Platzherren hatten zwar mehr Ballbesitz und in der Anfangsphase des Spiels auch einige Möglichkeiten, blieben aber unverständlich zurückhaltend. Ein Kopfball von Michael Gregoritsch (5.) und ein Schuss von Sven Schipplock (20.) nach Steilpass von Gregoritsch waren in der ersten Halbzeit die ganze Ausbeute. Nach dem Seitenwechsel wurden die Hamburger durch das schnelle zweite Tor der Hessen nach einem Konter immer nervöser und brachten kaum noch etwas zustande. Ohne Spielmacher Aaron Hunt, der wegen Knieproblemen aussetzen musste, ließ der HSV durchdachte Angriffe vermissen.

Erneut bewiesen die bei Standards enorm starken «Lilien» Köpfchen. 14 ihrer 31 Tore erzielten sie mit dem Kopf. Und abermals war es Innenverteidiger Sulu, dem das gelang. Sechs seiner sieben Saisontreffer markierte der Türke mit dem Haupt. «Er ist einer der besten Innenverteidiger der Bundesliga», meinte Schuster.