«I have a dream»: Amerikaner erinnern an «Marsch auf Washington»

50 Jahre nach dem «Marsch auf Washington» für die Gleichberechtigung der Schwarzen haben in der US-Hauptstadt Tausende Amerikaner an das historische Ereignis erinnert.

«I have a dream»: Amerikaner erinnern an «Marsch auf Washington»
Michael Reynolds «I have a dream»: Amerikaner erinnern an «Marsch auf Washington»

Mit einem Demonstrationszug machten sie zugleich darauf aufmerksam, dass es trotz vieler Fortschritte auch heute noch in den USA Diskriminierungen ethnischer Minderheiten gibt. Außerdem protestierten sie gegen Waffengewalt, Armut und Arbeitslosigkeit.

Zahlreiche Bürgerrechtsinitiativen hatten zu der Demonstration am Samstag aufgerufen. Sie hofften auf bis zu 100 000 Teilnehmer. Vor 50 Jahren waren es 250 000.

«I have a dream» - Ich habe einen Traum - hatte der schwarze Baptistenprediger Martin Luther King den Menschen bei dem Marsch am 28. August 1963 zugerufen. Die Worte wurden zum Symbol des Kampfes gegen die Trennung von Schwarzen und Weißen. King wurde nur 39 Jahre alt. Der Rassist James Earl Ray erschoss den Friedensnobelpreisträger am 4. April 1968 in Memphis auf dem Balkon eines Motels.

Erst vor kurzem hatte der gewaltsame Tod des schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin erneut eine Debatte über Rassismus im Land ausgelöst. Der unbewaffnete Martin war im vergangenen Jahr in Florida vom Mitglied einer Bürgerwehr erschossen worden. Der Schütze wurde im Prozess freigesprochen. Auch ein Urteil des Obersten Gerichts löste jüngst teils heftige Kritik aus. Mit ihm wurden Prozeduren zur Überwachung des ungehinderten Wahlzuganges für alle in mehreren südlichen Bundesstaaten abgeschafft.

Bürgerrechtler Jesse Jackson knüpfte am Samstag an die historische Rede Martin Luther Kings an. «Träumt weiter», rief er den Menschen vor dem Lincoln-Denkmal zu. Dort hatte damals auch Martin Luther King gesprochen. Justizminister Eric Holder, der Afroamerikaner ist, rief dazu auf, Kings Werk im Namen der Gerechtigkeit fortzusetzen. «Heute ... bekräftigen wir, dass dieser Kampf weitergehen muss und wird», sagte Holder.

An dem Demonstrationszug vom Lincoln-Denkmal zum Washington Monument im Herzen der Stadt nahmen auch Kings Sohn, Martin Luther King III., und Trayvon Martins Eltern teil.

Höhepunkt der Feierlichkeiten sind die Reden des Präsidenten Barack Obama und der beiden Ex-Präsidenten Jimmy Carter und Bill Clinton am 28. August, dem eigentlichen Jahrestag.