IAEA-Team besucht iranische Atomfabrik Arak

Zwei Wochen ist es jetzt her, dass bei den Genfer Gesprächen mit dem Iran ein Atom-Kompromiss erzielt wurde. Die Inspektion der Schwerwasserfabrik im iranischen Arak galt als erste Belastungsprobe.

Ein Team der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hat die Schwerwasserfabrik Arak im Iran inspiziert. Das teilte der Sprecher der iranischen Atomorganisation der Nachrichtenagentur Fars mit. Das IAEA-Team wollte bis zum Nachmittag in Arak bleiben und danach über Teheran zurück nach Wien fliegen, sagte Behrus Kamalwandi weiter. Das IAEA-Team wird die Ergebnisse der Inspektionen voraussichtlich erst in Wien bekanntgeben.

Die Anlage ist Teil des umstrittenen Forschungsreaktors Arak, dessen Bau seit längerem von der IAEA überwacht wird. Beim Betrieb von Schwerwasserreaktoren fällt Plutonium an, das im Prinzip zum Bau von Atombomben verwandt werden kann.

Im Zuge der vor knapp zwei Wochen bei den 5+1-Gesprächen (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich sowie Deutschland) mit Teheran geschlossenen Übergangsvereinbarung stellte die iranische Atomorganisation am Samstag der IAEA auch Informationen über neue Zentrifugen zur Verfügung. Die Geräte werden in den beiden Anreicherungsanlagen Natans und Fordo eingesetzt.

US-Präsident Barack Obama bewertete die Aussichten für eine dauerhafte Lösung am Samstag überraschend zurückhaltend. Er schätze die Chancen auf «nicht mehr als 50:50 ein», sagte er bei einer Diskussionsveranstaltung zur Nahostpolitik in Washington. Man dürfe aber nicht naiv sein. Die USA gäben auch keine Option aus der Hand, betonte Obama mit Blick auf ein mögliches militärisches Vorgehen.