IfW sieht massive Risiken durch US-Zinspolitik

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hält die starre Koppelung der Niedrigzinspolitik der US-Notenbank an die weitere Entwicklung der Arbeitslosigkeit für höchst riskant.

«Die Fed hat es sich mit ihrer neuen Kommunikationsstrategie erschwert, ihre Geldpolitik nennenswert zu straffen, selbst wenn sie das später einmal für angebracht halten sollte», sagt Nils Jannsen, USA-Experte im Prognosezentrum des IfW. «Vieles deutet darauf hin, dass die Geldpolitik bereits seit einiger Zeit deutlich zu expansiv ausgerichtet ist und die Fed somit bereits massive Risiken eingegangen ist, die sich durch die neue Kommunikationsstrategie sogar erhöht haben.»

Die Koppelung der Geldpolitik an einen einzelnen Indikator wie die Arbeitslosenquote sei problematisch. Die Fed habe damit ihren Handlungsspielraum stark eingeengt. Die Arbeitslosenquote hänge von vielen Faktoren ab, «die von der Notenbank nur mittelbar beeinflusst werden können oder sich ihrem Einfluss völlig entziehen».

Am Mittwoch hatte die Fed angekündigt, ihren Leitzins mindestens so lange nahe null zu belassen, wie die Arbeitslosenquote über 6,5 Prozent liegt; zuletzt lag sie bei 7,3 Prozent. Die Fed will ihre monatlichen Anleihekäufe von derzeit 85 Milliarden US-Dollar fortsetzen. Noch im Juni hatte die Fed angekündigt, die Anleihekäufe ab September zu drosseln und voraussichtlich ganz einzustellen, sobald die Arbeitslosenquote bei 7 Prozent liegt.