IG BCE verlangt 4,8 Prozent mehr Geld in Chemie-Tarifrunde

Die Gewerkschaft IG BCE zieht mit einer Forderung von 4,8 Prozent mehr Geld in die Tarifrunde für rund 550 000 Beschäftigte der deutschen Chemie-Industrie. Das teilte die Gewerkschaft nach der Sitzung ihrer großen Tarifkommission in Kassel mit.

«Erstens gibt es was zu verteilen, und zweitens müssen die Kollegen mehr leisten als früher», sagte IG-BCE-Verhandlungsführer Peter Hausmann. Er sei zuversichtlich, die Forderung durchsetzen zu können.

Zusätzlich wolle man Entlastungen für ältere Beschäftigte erreichen, betonte Hausmann. Er wolle entsprechende Bedingungen für eine reale Chance, auch bis zu einem Alter von 65 oder 67 Jahren arbeiten zu können. Bereits Ende 2014 hatte die IG BCE die Dreitage-Woche für ältere Arbeitnehmer ohne erhebliche Abschläge ins Spiel gebracht.

Die Forderung der Gewerkschaft wies der Chemie-Arbeitgeberverband BAVC als «realitätsfern» zurück. «4,8 Prozent sind ein Unding, ohne Substanz und Fundament. Diese Forderung liegt meilenweit entfernt von dem, was Produktivität und Inflation überhaupt zulassen», sagte BAVC-Verhandlungsführer Hans-Carsten Hansen.

Die IG BCE müsse die wirtschaftlichen Realitäten anerkennen. Die Lage der deutschen Chemie habe sich im Jahresverlauf 2014 deutlich verschlechtert.

Die Verhandlungen werden zunächst in den Regionen geführt und zu einem späteren Zeitpunkt zentralisiert. Den Auftakt macht das Tarifgebiet Nordrhein am kommenden Montag (26. Januar) in Düsseldorf. Die entscheidende bundesweite Runde könnte im Februar beginnen.

Die IG BCE gilt als eines der bundesweiten Tarif-Zugpferde. Die Chemie-Verhandlungen laufen diesmal parallel mit denen in der Metall- und Elektroindustrie mit rund 3,7 Millionen Beschäftigten. Damit setzen gleich zwei industrielle Schwergewichte zum Jahresbeginn wichtige Marken für das Tarifjahr 2015.