IG Metall stärkt Athen den Rücken: Chance für Europa

Europas größte Industriegewerkschaft IG Metall hat der neuen Regierung in Athen den Rücken gestärkt.

«Der politische Erdrutsch in Griechenland ist eine Chance, nicht nur für dieses krisengeschüttelte Land, sondern auch dafür, die Wirtschafts- und Sozialpolitik der EU grundsätzlich zu überdenken und zu korrigieren», heißt es in einem am Montag in Frankfurt veröffentlichten Positionspapier der Gewerkschaft.

Das bisher nach Griechenland geflossene Geld habe vor allem der Stabilisierung des Finanzsektors gedient, während das Land mit einer brutalen Kürzungspolitik in die tiefste Rezession und in die höchste Staatsverschuldung der gesamten EU getrieben wurde, schreibt die IG Metall. Die Folge sei eine soziale und humanitäre Krise ohne Beispiel in Europa. Strukturelle Probleme seien hingegen nicht gelöst worden: «Es war eine Politik des Abbaus, nicht des Aufbaus.»

Die IG Metall erhofft sich von Regierungschef Alexis Tsipras eigene Wiederaufbau- und Entwicklungsprojekte, die Teil eines «Europäischen Investitionsplanes» werden müssten. Die neue Regierung brauche eine faire Chance, forderte die IG Metall: «Wer jetzt die Fortsetzung des bisherigen, sogenannten Reformkurses verlangt, spricht faktisch der griechischen Bevölkerung das Recht auf eine demokratisch legitimierte Neuorientierung der Politik in ihrem Land ab.»