IG Metall-Tarifkommissionen für 5 Prozent mehr Geld

Die Forderung der IG Metall zur anstehenden Tarifrunde für die deutsche Metall- und Elektroindustrie könnte etwas geringer ausfallen als im Vorjahr.

IG Metall-Tarifkommissionen für 5 Prozent mehr Geld
Daniel Karmann IG Metall-Tarifkommissionen für 5 Prozent mehr Geld

Bei regionalen Vorberatungen sprachen sich Tarifkommissionen am Donnerstag fast einstimmig für eine Forderung nach 5,0 Prozent mehr Geld aus. In der vorangegangenen Tarifrunde hatte die Gewerkschaft noch 5,5 Prozent verlangt und schließlich 3,4 Prozent bei einer allerdings auf 15 Monate verlängerten Laufzeit erreicht.

Arbeitgeberchef Rainer Dulger bezeichnete den Abschluss aus dem Vorjahr als zu hoch. «Wir müssen um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts fürchten und werden entsprechend agieren. Unterschätzen Sie nicht unsere Entschlossenheit und Fähigkeit, einen Streik auszuhalten», gab sich der Gesamtmetall-Chef im Interview mit der «Wirtschaftswoche» kämpferisch.

Arbeitgebervertreter unter anderem in Hessen und Nordrhein-Westfalen kritisierten die Empfehlungen als «unvernünftig hoch und wirklichkeitsfremd». Die Forderung «passt nicht in die Zeit», sagte NiedersachsenMetall-Chef Volker Schmidt. «Angesichts der globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, unkalkulierbarer Investitionsrisiken und einer extrem durchwachsenen Stimmung in den Unternehmen ist kein Raum für abermalige tarifliche Höhenflüge.»

Von den sieben IG-Metall-Bezirken wich nur Nordrhein-Westfalen mit einer Forderungsspanne zwischen 4,5 und 5 Prozent etwas nach unten ab. Die übrigen Tarifkommissionen mit den traditionellen Pilotbezirken Bayern und Baden-Württemberg an der Spitze sprachen sich für 5,0 Prozent aus. Mitte und Berlin-Brandenburg sprachen von «bis zu 5 Prozent». Das wäre die niedrigste Forderung in der Metall- und Elektroindustrie seit 2006. Nur unmittelbar nach der Finanz- und Wirtschaftskrise hatte die Gewerkschaft für 2010 ganz auf eine konkrete Zahl verzichtet.

Endgültig festgelegt wird die Forderung für die bundesweit rund 3,8 Millionen Beschäftigten aber erst am 29. Februar nach weiteren Zwischenberatungen in den Bezirken und dem Bundesvorstand der Gewerkschaft. Der aktuelle Tarifvertrag läuft Ende März aus, Warnstreiks sind vom 29. April an möglich.