Im August: Doppelt so viele Asylanträge wie vor einem Jahr

Im August haben 36 422 Menschen in Deutschland einen Erst- oder Folgeantrag auf Asyl gestellt - und damit etwa doppelt so viele wie im Vorjahresmonat.

Im August: Doppelt so viele Asylanträge wie vor einem Jahr
Orestis Panagiotou Im August: Doppelt so viele Asylanträge wie vor einem Jahr

Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, kam diesmal fast ein Drittel aller Antragsteller aus Syrien. Etwa 38 Prozent der Anträge stammten von Menschen aus den Balkanstaaten Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Serbien und Montenegro.

Seit Jahresbeginn haben insgesamt 246 938 Menschen in Deutschland Asyl beantragt. Das sind schon jetzt deutlich mehr als im gesamten Vorjahr: 2014 waren beim BAMF rund 202 000 Asylanträge eingegangen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) entschied im August über 16 769 Anträge, wobei etwas mehr als die Hälfte der Antragsteller auch als Flüchtlinge anerkannt wurde.

Die Zahl der neu nach Deutschland eingereisten Flüchtlinge lag im August noch wesentlich höher als die Zahl der neuen Asylanträge. Das liegt laut Ministerium daran, dass sich die Antragstellung beim Bundesamt durch den zuletzt sehr großen Andrang teilweise zeitlich verzögert hat.

Während im Frühjahr noch viele Asylbewerber aus den Balkanstaaten nach Deutschland kamen, treffen jetzt vorwiegend Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak ein. Das geht aus einer Asylstatistik für August hervor, die die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl am Freitag veröffentlichte.

Danach stammten im vergangenen Monat 44,5 Prozent der 104 460 Neuankömmlinge aus Syrien. Elf Prozent der neu eingetroffenen Flüchtlinge kamen aus Afghanistan und 8,9 Prozent aus dem Irak. Albanien lag mit 8,1 Prozent nur noch auf Platz vier, zusammen kamen die Staaten des Westbalkans auf etwa elf Prozent. Im Februar hatte es noch ganz anders ausgesehen: Damals waren die meisten Asylbewerber aus dem Kosovo und aus Albanien gekommen.

Da ein Großteil der neu hinzugekommenen Asylbewerber aus Kriegs- und Krisengebieten stammt, ist damit zu rechnen, dass künftig ein höherer Anteil der Antragsteller auch den Flüchtlingsstatus zuerkannt bekommt. Die aktuellen Zahlen zeigten, dass die Diskussion über «vermeintlich sichere Herkunftsländer» auf dem Balkan eine «Phantomdebatte» sei, erklärte Pro Asyl. Stattdessen müsse die Bundesregierung endlich ein umfassendes, solide finanziertes Programm für die Aufnahme und Integration der Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten vorlegen.