Im Streit mit Griechenland zeichnet sich Durchbruch ab

Im Schuldenstreit zwischen Griechenland und den Europartnern zeichnet sich ein Durchbruch ab. Diplomaten berichteten, in Vorgesprächen zum Euro-Finanzministertreffen habe es Unterstützung für einen Vereinbarungsvorschlag gegeben.

Es gebe aber noch keinen Beschluss der Eurogruppe als Ganzes. In Verhandlungskreisen hieß es am Freitagabend in Brüssel, die Griechen hätten «schwere Kost schlucken» müssen. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem habe den Griechen einen Entwurf der Eurogruppe vorgelegt, in dem die Forderungen der anderen 18 Euroländer zusammengefasst seien. Dann habe er den griechischen Regierungschef Alexis Tsipras angerufen und gesagt: «Das oder es sei Schluss», verlautete am Rande des Euro-Finanzministertreffens.

Der private griechische Fernsehsender Skai berichtete ebenfalls unter Berufung auf Regierungskreise in Athen von einer ersten Einigung. Ein Dokument, auf das sich «wichtige Teilnehmer» geeinigt hätten, werde an die Finanzminister verteilt, berichtete der Fernsehsender weiter.  

Die Euro-Länder hatten zunächst ohne sichtbare Kompromissbereitschaft einen neuen Anlauf zur Lösung der griechischen Schuldenkrise genommen. Der Athener Finanzminister Gianis Varoufakis lehnte vor Beginn des Treffens Korrekturen am Antrag für eine Verlängerung der Finanzhilfen ab und forderte Entgegenkommen der Partner. Deutschland und andere Euro-Länder hielten die Zugeständisse der Links-Rechts-Regierung weiter für unzureichend.

Nicht ausgeschlossen wurde zwischenzeitlioch ein Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs in der nächsten Woche. Die Zeit wird immer knapper. Denn am 28. Februar läuft das Hilfsprogramm aus. Ohne eine Anschlussfinanzierung droht Athen die Staatspleite.

«Ich muss Ihnen nicht sagen, dass es ziemlich kompliziert ist», betonte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem vor dem dritten Krisentreffen innerhalb von weniger als zwei Wochen Treffen. Wegen langer Vorgespräche hatte das Treffen mit mehr als dreistündiger Verzögerung begonnen.