Im Tarifkonflikt bei Lufthansa-Kabinenpersonal droht Scheitern

Der Tarifkonflikt beim Kabinenpersonal der Lufthansa steuert auf neue Turbulenzen zu. Die Lufthansa machte der Flugbegleitergewerkschaft Ufo zwar ein neues Angebot und reagierte damit auf einen Kompromissvorschlag.

Im Tarifkonflikt bei Lufthansa-Kabinenpersonal droht Scheitern
Arne Dedert Im Tarifkonflikt bei Lufthansa-Kabinenpersonal droht Scheitern

Doch die Gewerkschaft betonte in einer ersten Stellungnahme: «Stand jetzt - unsere jetzige Einschätzung nach einer Stunde - ist das Thema völlig gescheitert.»

Europas größte Fluggesellschaft bot für Flugbegleiter, die länger fliegen, die Möglichkeit einer höheren betrieblichen Altersversorgung an. Als Rente könnten bis zu 100 Prozent des letzten Grundgehalts erreicht werden, teilte Lufthansa in Frankfurt mit. Bei der Vergütung gehe es um Verbesserungen: für dieses Jahr 2000 Euro Einmalzahlung für alle Kabinenmitarbeiter, ab 2016 und 2017 je eine Erhöhung um 1,7 Prozent für Mitarbeiter, die vor 2013 eingestellt wurden. «Dieses Angebot zur Alters- und Übergangsversorgung der Lufthansa würde den Kabinenmitarbeitern der Lufthansa Passage auch weiterhin mit das beste Versorgungssystem der gesamten Airline-Branche bieten.»

Ufo-Vorstandschef Nicoley Baublies sprach von einer Provokation bei der Vorgehensweise. Bei dem Vorschlag zur Altersversorgung gebe es ein Zinsrisiko. Und bei der Vergütung seien die von Lufthansa geforderten Einsparungen noch nicht eingerechnet. Die Gewerkschaft hatte einen Kompromissvorschlag vorgelegt und dem Vorstand eine Erklärungsfrist bis zum Montag gesetzt.

Ufo hat bisherigen Angaben zufolge Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe angeboten, die von den rund 19 000 Flugbegleitern etwa über Gehälter, Arbeitszeiten oder Versorgungsansprüche erbracht werden müssten. Auch der Umstellung der Betriebsrenten auf Festbeiträge will Ufo zustimmen. Als Gegenleistung verlangt die Gewerkschaft Job-Garantien und Wachstumsperspektiven bei der Lufthansa-Mutter. Im Sommer stand die Gewerkschaft bereits kurz vor dem Streik, ließ sich aber auf moderierte Verhandlungen ein.