Impressionen vom Dockville: Chvrches und Crystal Fighters

Das Hamburger Musikfestival Dockville fand am letzten Wochenende zum siebten Mal statt und lockte zu den drei Festivaltagen und den zugehörigen Vorveranstaltungen rund 25 000 Besucher an.

Auch die in England ansässige Band Crystal Fighters wurde für einen Auftritt gebucht und rockte am Samstagabend die Hauptbühne.

Die Crystal Fighters wurden 2007 in London gegründet und spielen äußerst tanzbaren Indiefolk, bei dem sie ihre englischen und spanischen Wurzeln munter durchmischen. Die Band veröffentlichte 2010 ihr Debütalbum «Star Of Love» und erst vor wenigen Monaten den Nachfolger «Cave Rave», den sie im November auf Ihrer Deutschland-Tour ausführlich vorstellen werden.

Auf der Dockville-Bühne traten die Crystal Fighters am Samstagabend als klassische Rockband mit ihren zwei Background-Sängerinnen, Sänger, Gitarrist, Keyboarder und Schlagzeuger auf. Ihr poppiger und immer gut gelaunter Folksound entfaltete dabei live die zu erwartende Wirkung.

Das Publikum war beim Auftritt bester Laune, begleitete textsicher alle Songs und machte jeden Blödsinn mit, zu dem es von Leadsänger Sebastian Pringle und dem brustbehaarten Gitarristen Graham Dickson aufgefordert wurde.

Mit Songs wie «Follow» und «Champion Sound» rockte die Band bei freundlichem Wetter das Publikum und machte nach einem kraftvollen einstündigen Auftritt Platz für die nächsten Künstler.

Am Sonntagabend konnte man die schottische Band Chvrches auf dem Vorschot bewundern, der zweitgrößten Bühne des Dockville Festivals.

Chvrches (ausgesprochen «Churches») wurden 2011 in Schottland gegründet und spielen eingängigen und leicht melancholischen Elektropop, der besonders durch den wunderschönen Gesang von Lauren Mayberry getragen wird. Die weiteren Gründungsmitglieder sind Martin Doherty und Ian Cook, der bereits bei der vor 15 Jahren gegründeten und 2007 aufgelösten Band Aereogramm spielte.

Chvrches begannen an diesem Abend ihren Auftritt auf die Minute pünktlich und überzeugten mit ihren bombastischen Synthie-Arrangements, die teilweise an die kanadische Band Purity Ring erinnerten. Viel Bewegung war während des Auftritts von Chvrches nicht auf der Bühne zu sehen, obwohl Ian wie in alten Zeiten den Bass bei einigen Stücken rausholte und daran offensichtlich immer noch große Freude hat.

Die Qualität der Songs und der makellose Gesang von Lauren sorgten für ein begeistertes und bewegtes Publikum, dass Songs wie «Recover» oder «The Mother We Share» von der ersten bis zur letzten Zeile mitsingen konnte. Nach gerade mal 40 Minuten endete der sympathische Auftritt der Schotten gerade rechtzeitig zum einsetzenden Regenguss, vor dem sich die Festivalbesucher fluchtartig in Sicherheit brachten.