In Luxemburg zeichnet sich Bündnis ohne Juncker ab

In Luxemburg sind die Weichen für eine Drei-Parteien-Koalition ohne den langjährigen Premierminister Jean-Claude Juncker (58) gestellt.

Die Sozialdemokraten LSAP, die liberale Demokratische Partei DP - in Luxemburg auch die Blauen genannt - und die Grünen haben sich darauf geeinigt, Koalitionsgespräche aufzunehmen. «Wir haben eine einmalige Gelegenheit, dem Land einen Neuanfang zu geben», sagte der LSAP-Spitzenkandidat Etienne Schneider. Die rot-blau-grüne «Gambia»-Koalition käme im 60 Plätze zählenden Parlament auf 32 Sitze. Dies würde das Ende der gut 18-jährigen Regierungszeit von Juncker bedeuten.

Aus der Wahl am Sonntag war Junckers Christlich-Soziale Volkspartei (CSV) mit 33,68 Prozent der Stimmen zwar als stärkste Partei hervorgegangen, hatte aber im Vergleich zur Wahl vor vier Jahren gut vier Prozentpunkte eingebüßt. Juncker hatte nach der Wahl für seine Partei «den Führungsanspruch in diesem Land» reklamiert.

Die CSV erzielte 23 Sitze im Parlament - und bräuchte zum Regieren einen Koalitionspartner. Eine Dreierkoalition aus Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen würde für Luxemburg eine historische Zäsur bedeuten: Erstmals seit der sozialliberalen Regierung von 1974-1979 würde dann die stärkste Partei in der Opposition landen.