Indische Rupie bricht ein: Asiens Börsen weiter unter Druck

Die Syrien-Krise setzt die ohnehin angeschlagenen asiatischen Finanzmärkte immer stärker unter Druck. Am heftigsten waren die Auswirkungen zur Wochenmitte in Indien zu spüren.

Indische Rupie bricht ein: Asiens Börsen weiter unter Druck
Divyakant Solanki Indische Rupie bricht ein: Asiens Börsen weiter unter Druck

Die Landeswährung Rupie gab am Mittwoch zum US-Dollar um mehr als drei Prozent nach und erlitt den größten Tagesverlust seit etwa zwanzig Jahren. Mit 68,75 Rupien je Dollar fiel sie auf ein Rekordtief. Im laufenden Jahr hat die indische Währung mehr als zwanzig Prozent ihres Werts verloren.

Auch andere Währungen asiatischer Schwellenländer mussten erneut starke Verluste hinnehmen. Neben der Rupie gaben der philippinische Pesos, der thailändische Bath und der malaysische Ringgit spürbar nach. All diese Währungen liegen gegenwärtig auf mehrjährigen Tiefständen zum US-Dollar. Im Nachbarland Syriens, der Türkei, fiel die Landeswährung Lira auf ein Rekordtief zu Dollar und Euro.

Weitere deutliche Verluste erlitten auch die asiatischen Börsen. Am stärksten traf es abermals die Philippinen. Bereits am Dienstag war der Börsenindex PSEi um knapp vier Prozent eingebrochen, am Mittwoch gab es zusätzliche Verluste von drei Prozent. Kräftige Einbußen gab es zudem an den Börsen Indiens, Thailands, Indonesiens und Malaysias. Die Börsen der beiden größten Volkswirtschaften Asiens, China und Japan, gaben ebenfalls nach.

Unter starkem Druck standen den zweiten Tag in Folge auch Staatsanleihen vieler aufstrebender Staaten. Insbesondere in Indien, Indonesien und Thailand erhöhte sich der Risikoaufschlag, den Investoren verlangen. Im Gegenzug bröckelten die Kurse. In der Türkei liegt die Rendite zehnjähriger Staatstitel in Landeswährung mittlerweile über der Marke von zehn Prozent. Entsprechende Schuldpapiere, die in Dollar begeben wurden, rentieren mit 5,6 Prozent.

Ausschlaggebend für den Sinkflug an den Finanzmärkten insbesondere in Südostasien ist ein Gemisch aus politischen und wirtschaftlichen Faktoren: Bereits seit Monaten leiden die meisten Schwellenländer unter einem massiven Kapitalabzug. Grund ist der näherrückende Kurswechsel in der amerikanischen Geldpolitik. Die US-Notenbank Fed will ihre hochexpansive Geldpolitik noch in diesem Jahr etwas zurücknehmen.

Deswegen sind die Marktzinsen in den Industrieländern gestiegen, was Anlagen in Schwellenländern weniger lukrativ erscheinen lässt. Die drohende militärische Intervention westlicher Länder in Syrien verschärft die Lage, weil sie die Unsicherheit der Investoren erhöht.