Industrie 4.0: Cisco-Manager mahnt zum Schulterschluss

Deutsche und amerikanische Initiativen zur Entwicklung neuer Industriestandards für die vernetzte Produktion von morgen müssen sich nach Ansicht des US-Telekommunikationskonzerns Cisco stärker ergänzen.

Industrie 4.0: Cisco-Manager mahnt zum Schulterschluss
Julian Stratenschulte Industrie 4.0: Cisco-Manager mahnt zum Schulterschluss

«Die Deutschen denken grundsätzlich ein bisschen mehr in die Tiefe und entwickeln Richtlinien», meinte der US-Manager Paul Didier am Rande der Hannover Messe. Der mit einer Deutschen Verheiratete ist Ciscos Vertreter im Industrial Internet Consortium (IIC), einer eher US-basierten Organisation zur Entwicklung von Standards für die Industrie 4.0. «Beim IIC gibt es dagegen sehr pragmatische Ansätze im Produktionsbereich», sagte er.

Ähnlich wie etwa den Siemens-Konzern - der sowohl im IIC als auch in der deutschen Entwicklungs-Plattform Industrie 4.0 sitzt - drängt es auch Cisco in beide Arbeitsgruppen. «Es wäre eine gute Mischung, beide irgendwie zusammenzubringen», meinte Didier. Auf dem Weg in die digitale Wende mit ihrer vernetzten Produktion hat die Bundesregierung die erweiterte Plattform Industrie 4.0 ins Leben gerufen, bei der ein Expertenverbund Richtlinien erarbeiten soll.

Didier erklärte: «Es gibt weltweit eine Unzahl von Initiativen, die alle eher unkoordiniert nebeneinander arbeiten. Aber IIC und Industrie 4.0 sind global die, die am ehesten vergleichbar sind und die gut zusammenarbeiten könnten.» Als eines der größten Probleme hat der Cisco-Manager neben der Sicherheit bei der IT-Anwendung die weiterhin ungenügende Internet-Geschwindigkeit ausgemacht. «Wir brauchen weltweit eine bessere Internetanbindung», sagte Didier.