Industrie 4.0: ICC-Konsortium sucht Schulterschluss

Bei der Suche nach neuen Industriestandards für die vernetzte Produktion von morgen sucht der eher US-basierte ICC-Verbund den Schulterschluss mit den Deutschen.

Die von der Bundesregierung angestoßene Entwicklungs-Plattform Industrie 4.0 ergänze die IIC-Arbeit ideal, erklärte der Vorsitzende des Industrial Internet Consortium (IIC), Richard Soley. «Wir schauen uns Möglichkeiten an, wo wir zusammenarbeiten können», sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Hannover.

Das habe er am Vortag auch in Gesprächen mit Vertretern der Bundesregierung bei der Vorstellung der deutschen Plattform Industrie 4.0 auf der Messe erörtert. Für diese Zusammenarbeit sei zunächst der Aufbau gegenseitigen Vertrauens nötig, sagte der Amerikaner. «Wir gehen aber davon aus, dass sich eine sehr enge Zusammenarbeit mit beiden Organisationen entwickeln wird», meinte Soley mit Verweis auf die Signale aus Berlin. «Wir lösen ja die gleichen Probleme.»

Er wies darauf hin, dass das IIC keine US-Gruppe sei, sondern ein Verbund von Unternehmen aus aller Welt: «Technologie und auch Unternehmen haben nur wenig Respekt für nationale Grenzen.»

Zuvor hatte sich bereits der US-Telekommunikationskonzern Cisco für eine engere Kooperation mit der deutschen Plattform Industrie 4.0 ausgesprochen. «Die Deutschen denken grundsätzlich ein bisschen mehr in die Tiefe und entwickeln Richtlinien», meinte der US-Manager Paul Didier, der Ciscos Vertreter im IIC ist. «Beim IIC gibt es dagegen sehr pragmatische Ansätze im Produktionsbereich.» Ähnlich wie etwa der Siemens-Konzern - der sowohl im IIC als auch in der Plattform Industrie 4.0 sitzt - drängt es Cisco in beide Arbeitsgruppen.

Auf dem Weg in die digitale Wende hat die Bundesregierung die erweiterte Plattform ins Leben gerufen, bei der ein Expertenverbund Richtlinien erarbeiten soll. Didier erklärte: «Es gibt weltweit eine Unzahl von Initiativen, die alle eher unkoordiniert nebeneinander arbeiten. Aber IIC und Industrie 4.0 sind global die, die am ehesten vergleichbar sind und die gut zusammenarbeiten könnten.»

Als eines der größten Probleme hat der Cisco-Manager neben der Sicherheit bei der IT-Anwendung die weiterhin ungenügende Internet-Geschwindigkeit ausgemacht. «Wir brauchen weltweit eine bessere Internetanbindung», sagte Didier.