Industrieländer starten Fonds für Arbeiter in armen Ländern

Mit einem weltweiten Geldfonds wollen führende Industriestaaten riskante Arbeitsbedingungen für Millionen Fabrikarbeiter in armen Ländern verbessern.

Deutschland stellt eine Anschubfinanzierung von drei Millionen Euro bereit, wie  Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) zum Auftakt eines G7-Ministertreffens zu diesem Thema am Montag in Berlin ankündigte. Der Fonds solle im kommenden Jahr starten.

«Jedes Jahr sterben 2,3 Millionen Menschen durch einen Arbeitsunfall oder an den Folgen berufsbedingter Krankheiten», sagte Nahles.  Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) mahnte: «Unser Wohlstand darf nicht auf Kosten anderer gehen.» So seien in Bangladesch Hungerlöhne zur Herstellung «unserer Kleider» an der Tagesordnung. 

«Das Hemd, das ich trage, wird dort für 2 Euro produziert», sagte Müller. In Deutschland koste es 70 Euro. Sklavenartige Produktionsverhältnisse seien an der Tagesordnung. Im Rahmen eines Textilbündnisses hätten sich aber bereits 150 Unternehmen zur Einhaltung von Sozialstandards bekannt.

Mit Mitteln aus dem neuen Fonds («Vision Zero Fund») sollen laut Nahles Projekte für mehr Arbeitsschutz, sicherere Fabriken, Sicherheitstrainings für Manger und Belegschaften sowie der Aufbau von Unfallversicherungen finanziert werden. Weitere drei Millionen Euro will die EU-Kommission beitragen.

Wieviel Geld in dem Vorbeugungsfonds gesammelt wird, ist noch offen. Er soll sich aus Mitteln der G7-Staaten und von Unternehmen dieser führenden Industriestaaten speisen und von der Internationalen Arbeitsorganisation ILO verwaltet werden.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund unterstützte das Vorhaben.  «Körperliche Unversehrtheit und Gesundheit sind Menschenrechte, die mit einem solchen Fonds befördert werden können», sagte die Vize-DGB-Chefin Elke Hannack.