Industriepräsident Grillo macht Flüchtlingen Hoffnung

Die Wirtschaft will Flüchtlingen mit einer guten Bleibeperspektive möglichst unbürokratisch Arbeit geben. 

Industriepräsident Grillo macht Flüchtlingen Hoffnung
Herbert P. Oczeret Industriepräsident Grillo macht Flüchtlingen Hoffnung

«Wir sind bereit, allen Asylsuchenden mit berechtigten Chancen auf ein Bleiberecht den raschen und zeitlich gesicherten Zugang zu Bildung und Arbeitsplätzen zu ermöglichen», sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, der Deutschen Presse-Agentur.

Union und SPD müssten beim Koalitionsgipfel am Sonntagabend die Weichen stellen, damit Asylverfahren «effektiver und für die Menschen erträglicher» würden. «Einzelschicksale lassen sich nicht auf die lange Bank schieben, jetzt sind Flexibilität und Kreativität gefragt.»

Dafür bräuchten Länder und Kommunen deutlich mehr finanzielle und logistische Unterstützung. «Bund und Länder müssen mehr Tempo machen beim Ausbau von entsprechenden Infrastrukturen und Unterkünften», forderte Grillo, der für über 100 000 Firmen mit gut acht Millionen Beschäftigten spricht.

Er riet Union und SPD, ihren Streit um ein Einwanderungsgesetz zurückzustellen. Eine «polarisierende und zuspitzende Diskussion» werde dem Anliegen einer sinnvollen Steuerung der Zuwanderung momentan nicht gerecht. «Wichtig ist es, Konsens über die notwendigen Inhalte und Vereinfachungen im Zuwanderungsrecht zu erzielen.»

Neben der raschen Unterbringung der erwarteten 800 000 Flüchtlinge in diesem Jahr dürfe nun auch bei der Integration der Menschen keine Zeit vergeudet werden. «Dabei kann es unter den richtigen Bedingungen gelingen, gerade gut ausgebildete Flüchtlinge schnell in Wertschöpfungsstrukturen einzubetten», sagte Grillo, der selbst ein Familienunternehmen in Duisburg mitleitet.