Inflation in Deutschland auf Fünf-Jahres-Tief

Sinkende Energiepreise haben die Inflation in Deutschland im November auf den tiefsten Stand seit fast fünf Jahren gedrückt.

Die Verbraucherpreise lagen um lediglich 0,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Damit bestätigte die Wiesbadener Behörde ihre erste Schätzung von vor zwei Wochen. Von Oktober auf November blieb das Preisniveau unverändert.

Vor allem der Preisrutsch für Rohöl macht sich bemerkbar - schließlich sind die Preise für diesen wichtigen Rohstoff seit dem Sommer um etwa 40 Prozent eingebrochen. Das macht Tanken und Heizen tendenziell günstiger: Im November lagen die Preise für Mineralölprodukte um 5,8 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat.

Billiger wurden vor allem Heizöl (minus 9,8 Prozent) und Kraftstoffe (minus 4,5 Prozent). Insgesamt verbilligte sich Energie binnen Jahresfrist um 2,5 Prozent. Eine Ausnahme: Die Strompreise zogen im Vergleich zum Vorjahresmonat weiter an und zwar um 1,9 Prozent.

Gedämpft wurde die Inflationsrate indes auch durch die Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln: Hier blieben die Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat unverändert. Im Oktober mussten Verbraucher für Lebensmittel noch 0,7 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor.

Die insgesamt niedrige Teuerung stärkt die Kaufkraft der Verbraucher. Bei Währungshütern hingegen schürt sie Sorgen vor Deflation - also einer Abwärtsspirale aus rückläufigen Preisen und schrumpfender Wirtschaft.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt ein stabiles Preisniveau bei einer Jahresteuerung von knapp unter 2,0 Prozent an. Davon ist sowohl die Rate im Euroraum als auch in Deutschland seit Monaten weit entfernt.

In Deutschland hatte die jährliche Teuerungsrate in vier Monaten vor November noch bei jeweils 0,8 Prozent gelegen. Eine niedrigere Rate als im November wurde zuletzt im Februar 2010 mit 0,5 Prozent festgestellt. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im November 2014 bei 1,0 Prozent gelegen.