Inflation in Deutschland verharrt auf Vier-Jahres-Tief

Die Inflation in Deutschland verharrt auf dem tiefsten Stand seit mehr als vier Jahren. Für September errechnete das Statistische Bundesamt nach Angaben vom Montag einen vorläufigen Wert von 0,8 Prozent.

Damit bleibt die jährliche Teuerungsrate wie im Juli und im August auf dem niedrigsten Stand seit Anfang 2010: Eine geringere Inflationsrate gab es zuletzt im Februar 2010 mit 0,5 Prozent.

Von August auf September 2014 blieben die Verbraucherpreise nach Berechnungen der Wiesbadener Statistiker voraussichtlich unverändert. Detaillierte Ergebnisse zur September-Inflation will die Behörde am 15. Oktober veröffentlichen.

Seit Monaten liegt die Teuerungsrate sowohl in Deutschland als auch in Europa unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Währungshüter streben ein stabiles Preisniveau bei einer Jahresteuerung von knapp unter 2,0 Prozent an.

Das niedrige Niveau erklärt sich zum Teil damit, dass Kraftstoffe und Heizöl binnen Jahresfrist günstiger wurden. Doch auch wenn man die Energiepreise herausrechnet, liegt die Inflation seit Monaten noch deutlich unter der EZB-Zielmarke.

Während sich Verbraucher über den insgesamt geringen Preisauftrieb freuen können, sorgen sich Europas Währungshüter vor einer Deflation - also einer für die Konjunktur gefährlichen Abwärtsspirale sinkender Preise auf breiter Front.

Um den Preisauftrieb zu stärken, hatte die Notenbank Anfang September den ohnehin schon extrem niedrigen Leitzins nochmals gesenkt: von 0,15 auf 0,05 Prozent. Zudem will die EZB ab Oktober Kreditpakete aufkaufen, um Banken zu entlasten. Diese könnten dann mehr neue Kredite vergeben und die Konjunktur stützen.

Der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland für September ergab nach Angaben des Bundesamtes 0,8 Prozent. Gegenüber dem August bleibt dieser Wert voraussichtlich unverändert.