Ingolstadt am Ziel: 39 Punkte nach Sieg gegen Gladbach

Angeführt von Torjäger Moritz Hartmann feierten die Fußball-Profis des FC Ingolstadt nach dem nächsten großen Heimsieg den Verbleib in der Bundesliga.

Ingolstadt am Ziel: 39 Punkte nach Sieg gegen Gladbach
Armin Weigel Ingolstadt am Ziel: 39 Punkte nach Sieg gegen Gladbach

Nach dem 1:0 (0:0) gegen den auswärts weiter schwächelnden Champions-League-Anwärter Borussia Mönchengladbach mochte niemand beim Aufsteiger mehr rechnerische Zweifel am Saisonziel anmelden. «39 Punkte fühlen sich verdammt nach Klassenerhalt an», verkündete Hartmann, der mit seinem neunten Saisontreffer in der 88. Spielminute das Spiel entschieden hatte. Nach Spielende erklomm der Matchwinner mit einem Megafon die Fantribüne im Ingolstädter Sportpark und stimmte Jubelgesänge an.

«Wir haben einen verdienten Sieg von Ingolstadt gesehen», erklärte Gladbachs Trainer André Schubert ehrlich. Die Gäste ärgerten sich über ihre späte Niederlage. «Wir haben kein brillantes Spiel gemacht, aber wir gehen mit leeren Händen nach Hause, das nervt», beklagte Manager Max Eberl. Im Kampf um die erneute Qualifikation für die Champions League büßte die Borussia wertvolle Punkte ein.

Vor 15 200 Zuschauern im ausverkauften Stadion dominierte Ingolstadt eine Woche nach dem 3:0 gegen Schalke erneut gegen einen Europapokalanwärter. Den Gastgebern war das große Selbstbewusstsein im eigenen Stadion anzumerken. In den sieben Heimspielen im Jahr 2016 holte der Liganeuling 17 Punkte. «Wir haben ein überragendes Spiel gemacht», schwärmte Trainer Ralph Hasenhüttl.

Die Gladbacher hätten dem Spiel eine andere Richtung geben können, wenn sie ihre erste und einzige hochkarätige Chance genutzt hätten. Nach einem feinen Steilpass von Kapitän Granit Xhaka lief André Hahn alleine auf das Tor zu, aber FCI-Verteidiger Benjamin Hübner konnte den zu zögerlichen Angreifer noch entscheidend stören (8.). «Da hätte ich zielstrebiger aufs Tor gehen müssen», gestand Hahn. Einen Schuss von Thorgan Hazard parierte FCI-Torwart Ramazan Özcan (20.).

In der von bissigen Zweikämpfen geprägten Partie erarbeiteten sich in der Folge die Ingolstädter mit ihrem beharrlichen Pressing und ihrer Zielstrebigkeit etliche Möglichkeiten. Auch fußballerisch sind die Fortschritte des Aufsteigers unübersehbar. Die beste Möglichkeit vor der Pause leitete Dario Lezcano ein. Max Christiansen bediente nach einem Pass des Nationalspielers aus Paraguay Lukas Hinterseer, dessen Schuss Havard Nordtveit so eben mit dem Kopf abwehren konnte (35.).

Nach dem Seitenwechsel stellte Gladbachs Trainer André Schubert hinten von Dreier- auf Viererkette um. Den verwarnten Kapitän Xhaka nahm er zudem zum Schutz vor einem Platzverweis vom Feld. Ingolstadt blieb spielbestimmend und hätte sich frühzeitiger belohnen können: Einen Schuss von Groß wehrte Yann Sommer vor die Füße von Hinterseer ab. Der Österreicher schoss den Ball aber über das Tor (53.).

Außenverteidiger Danny da Costa prüfte Sommer mit einem Flachschuss (73.). Und Hartmann verfehlte mit einem Schuss aus der Drehung das Tor (82.). Sechs Minuten später konnte der Ingolstädter Angreifer dann doch ausgelassen jubeln. Eine Hereingabe von Matthew Leckie verlängerte er am langen Pfosten ins Tor. «Jetzt wollen wir oben angreifen», erklärte Hartmann - und lachte über seinen Scherz.