Innenminister erwägt Kriminalitätsstatistik über Flüchtlinge

Im Bundesinnenministerium gibt es Überlegungen, Kriminalität unter Flüchtlingen gesondert zu erfassen. «Wir prüfen gerade, ob wir da auch ein Lagebild erstellen, um das faktenbasiert etwas genauer darstellen zu können», sagte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) der dpa in Berlin.

Es gebe bislang viele Gerüchte über Kriminalität unter Flüchtlingen, aber auch regional unterschiedliche Erfahrungen mit Alltagskriminalität aus den Reihen von Asylbewerbern.

Mit Blick auf das Klima in der Bevölkerung angesichts der Flüchtlingskrise sagte de Maizière, es sei wichtig, dass die Politik die Stimmung in der Bevölkerung aufnehme und sage: «Ja, wir wissen, was ihr denkt und fühlt, was eure Sorgen sind.» Er betonte allerdings: «Aber wir sind nicht dafür da, Sorgen zu verstärken, Angst zu verbreiten oder Rechtsextremen Wind unter die Flügel zu geben.»

Oppositionspolitiker hatten de Maizière ebendies zuletzt vorgeworfen. Vor wenigen Tagen hatte er öffentlich beklagt, es gebe Asylbewerber, die sich prügelten, die sich über ihre Unterkünfte und das Essen beschwerten oder meinten, sie könnten selbst aussuchen, wo sie in Deutschland unterkommen. De Maizière verteidigte die Aussagen: «Auch so etwas darf ein Innenminister sagen.»