Innenministerium sieht weiter hohe Terrorgefahr

Deutschland steht nach Einschätzung des Bundesinnenministeriums nach wie vor im Fokus des dschihadistischen Terrors.

Innenministerium sieht weiter hohe Terrorgefahr
Carmen Jaspersen Innenministerium sieht weiter hohe Terrorgefahr

«Hieraus resultiert eine hohe Gefährdung für die innere Sicherheit, die jederzeit in Form von Anschlägen unterschiedlicher Dimensionen und Intensität real werden kann», sagte ein Sprecher des Ministeriums in Berlin der Deutschen Presse-Agentur.

Besondere Gefahr gehe dabei von radikalisierten Einzeltätern und Bürgerkriegs-Rückkehrern aus, die über Kampferfahrung und Kontakten zu dschihadistischen Gruppen verfügten. «Die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern sind hierzu in ständigem Austausch.»

Zu dem Anti-Terror-Einsatz in Bremen wollte sich der Sprecher nicht äußern. Er verwies auf die Zuständigkeit der Behörden vor Ort.

Einen Tag nach der Warnung vor gewaltbereiten Islamisten hat die Polizei dort ihren Anti-Terror-Einsatz fortgesetzt. «Wir wissen nicht, wie lange wir noch mit dieser Lage zu kämpfen haben», so Polizeisprecherin Franka Haedke in Bremen.

Es gebe nach wie vor eine «erhöhte Gefährdungslage». Überall in der Hansestadt seien die Beamten in der Nacht verstärkt im Einsatz gewesen. «Wir haben ein Sicherheitsnetz über Bremen ausgelegt», sagte Haedke.

Zu Einzelheiten des Einsatzes, etwa zu den genauen Hintergründen und zur Zahl der schwer bewaffneten Polizisten, machte sie keine Angaben. Bisher seien eine Person festgenommen und mehrere Menschen vorübergehend in Gewahrsam genommen worden, etwa zur Feststellung der Personalien.

Die Polizei hatte gestern morgen mitgeteilt, dass in Bremen eine erhöhte Gefahr durch islamistische Extremisten bestehe. Am Abend hatten Polizisten ein Islamisches Kulturzentrum und eine Wohnung durchsucht. Das Fußball-Bundesligaspiel zwischen Werder Bremen und VfL Wolfsburg um 17.30 Uhr soll nach jetzigem Stand stattfinden.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte, den Ernst der Lage nicht zu verkennen. «Die Politiker sollen aufhören, von einer abstrakten Terrorgefahr in Deutschland zu reden. Deutschland ist zweifelsohne im Visier der Terroristen. Die Terrorwarnungen werden immer häufiger und konkreter», erklärte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow in einer Mitteilung der Gewerkschaft.