Insekten per Post: «Mückenatlas» soll auch Krankheiten vorbeugen

In diesem Jahr haben sich die Mücken in Deutschland besonders wohlgefühlt. «Es gab deutlich mehr Mücken als im Vorjahr», sagte die Biologin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung im brandenburgischen Müncheberg.

Grund sei die ideale Kombination von Regen und Wärme gewesen. In Brandenburg und Bayern sei das Hochwasser noch verstärkend hinzugekommen.

Mehr als 7000 Mücken seien 2013 schon von Menschen aus Deutschland an die Einrichtung geschickt worden. Das seien bereits 1000 mehr als im gesamten Vorjahr, sagte die Forscherin. Die Ergebnisse werden als «Mückenatlas» im Internet veröffentlicht. Das gemeinsam mit dem Friedrich-Loeffler-Institut betriebene Projekt soll unter anderem Aufschluss darüber geben, ob exotische Mücken einwandern und welche Krankheiten die Tiere möglicherweise einschleppen.

In diesem Jahr konnten die Forscher einen neuen Parasiten nachweisen, den Hundeherzwurm (Dirofilaria immitis). Er kommt normalerweise im Mittelmeerraum vor und wurde in Mücken in Baden-Württemberg und dem Havelland gefunden. Die Insekten können die Wurmlarven auf Hunde übertragen. Ausgewachsen kann der Wurm das Herz schädigen. Für Menschen ist er in der Regel ungefährlich.